Generalsanierung der Strecke Nürnberg-Regensburg

Drucksache 21/2435Antwortauf die Kleine Anfrage 21/188027.10.202520 Seiten93 FragenFraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNENBundesministerium für VerkehrVerkehr
Vorbemerkung der Fragesteller

Vorbemerkung der Fragesteller

Die DB InfraGO saniert im kommenden Jahr die Bahnstrecken zwischen Nürnberg und Regensburg sowie zwischen Obertraubling und Passau. Dabei handelt es sich um zwei stark frequentierte Strecken im Personenverkehr und wichtige Korridore im internationalen Güterverkehr zwischen Südosteuropa und den Nordseehäfen. Die geplante Generalsanierung unter einer mehrmonatigen Vollsperrung hat aufgrund der begrenzten Schienenkapazität einerseits und der engen wirtschaftlichen Verflechtungen andererseits enorme Auswirkungen. Die Generalsanierung der Strecke Nürnberg–Regensburg soll im Zeitraum vom 6. Februar bis zum 10. Juli 2026 stattfinden. Die Wirtschaft in Ostbayern (vgl. www.ihk-niederbayern.de/fokusthemen/infrastruktur/verkehrsinfr astruktur/schiene-sanierung-der-hochleistungskorridore-nuernberg-regensbur g-und-obertraubling-passau-ab-2026/), die betroffenen Kommunen und Pendler (vgl. www.donaukurier.de/nachrichten/wirtschaft/kritik-an-generalsanierun g-der-bahnstrecke-nuernberg-regensburg-waechst-18497972) blicken dem geplanten Vorhaben angesichts der weitreichenden Auswirkungen mit Nervosität entgegen. Für die betroffenen Eisenbahnverkehrsunternehmen bedeutet die Generalsanierung einen erheblichen Eingriff in den Betrieb (vgl. www.mit telbayerische.de/lokales/landkreis-neumarkt/einspruch-gegen-totalsperrung-de r-bahnstrecke-bei-neumarkt-abgewiesen-18135260).

Frage 1 Seite 1

Welche Zustandsnoten wurden im Bereich der Generalsanierung nach dem InfraGO-Zustandsbericht zwischen den Jahren 2021 und 2024 vergeben?

Antwort

Die jeweiligen Zustandsnoten (ZN) können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.

Tabelle auf Seite 1, 2 · 9 Zeilen × 5 Spalten
Jahr2021202220232024
ObjektgruppeZNZNZNZN
Brücken3,23,03,02,9
Bahnübergänge4,65,04,74,2
Gleise3,12,72,82,9
Stellwerke3,73,33,63,3
Oberleitung3,13,13,33,2
Stützwände2,32,11,92,0
Weichen3,33,03,33,4
Gesamt3,23,03,23,1
Frage 2 Seite 2

Welche Sanierungsmaßnahmen wurden im Bereich der Generalsanierung zwischen 2021 und 2024 ergriffen (bitte in geeigneten Einheiten für jedes Gewerk angeben)?

Antwort

Für den Fachbereich Personenbahnhöfe wurden nur punktuell Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt. Für den Fachbereich Fahrweg können die Maßnahmen der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.

Tabelle auf Seite 2 · 6 Zeilen × 3 Spalten
GewerkArtMenge
GleisGleiserneuerung (GE)18 km
GleisSchienenerneuerung (SE2)36 km
WeichenWeichenerneuerung11 Stk
ErdkörperErneuerung61 m
ErdkörperErweiterung1667 m
ErdkörperNeubau850 m
Frage 3 Seite 2

Welche Zustandsnoten werden im Bereich der Generalsanierung nach dem InfraGO-Zustandsbericht erwartet (bitte auch nach Gewerken auflisten)?

Antwort

Die DB InfraGO AG erwartet eine signifikante Verbesserung des Streckenzustands nach Abschluss aller Sanierungsmaßnahmen vergleichbar zum Effekt beim Pilotprojekt Frankfurt–Mannheim (Riedbahn). Dort verbesserte sich der Netzzustand um 1,5 Noten-Punkte.

Frage 4 Seite 2

Welche Zustandsnoten für Ingenieurbauwerke gemäß Methodik des Infrastrukturzustands- und Infrastrukturentwicklungsberichts werden aktuell im Bereich der Generalsanierung jeweils vergeben?

Antwort

Die Datenbank des Infrastrukturzustands- und entwicklungsberichts (IZB), die diesem zugrunde liegt, verfügt über keine räumliche Filterfunktionen. Ziel des IZB ist eine aggregierte, gesamthafte Betrachtung des Zustands und der Entwicklung der Eisenbahninfrastruktur. Daher verweisen wir auf den aktuellen Bericht des Jahres 2024:

www.eba.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Finanzierung/IZB/IZB_202 4.html.

Frage 5 Seite 2

Wie hoch sind die Gesamtkosten für die Generalsanierung (inklusive Risikopuffer)?

Antwort

Die Gesamtkosten inklusive Risikopuffer werden durch die DB InfraGO AG aktuell auf 1 376 Mio. Euro geschätzt.

Frage 6 Seite 3

Wie haben sich die erwarteten Kosten seit Planungsbeginn entwickelt (spätestens seit Aufnahme des Projekts in das Großprojektportfolio, bitte alle Zwischenstände bezüglich Kostenschätzung und Zeitpunkt nennen)?

Antwort

Seitdem die DB InfraGO AG die Einzelmaßnahmen auf diesem Korridor im Jahr 2024 zu einem Projekt gebündelt hat, ist der Kostenrahmen des Projektes und damit der Gesamtwertumfang konstant geblieben.

Frage 7 Seite 3

Erfolgt eine Anpassung der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung zur Finanzierung der Generalsanierung, und wenn nein, warum nicht?

Antwort

Hierzu laufen aktuell die Verhandlungen zur 3. Nachtragsvereinbarung zur Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV) III.

Frage 8 Seite 3

Sofern eine Anpassung der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung erfolgt, wie lautet der Wortlaut, und wann ist die Anpassung erfolgt bzw. wann wird sie erfolgen?

Antwort

Da die Gespräche noch laufen, kann zum Wortlaut noch keine Aussage getroffen werden. Die Vereinbarung soll zeitnah geschlossen werden.

Frage 9 Seite 3

Sind Verträge für Planung und Bau der Strecke DB intern sowie extern geschlossen worden, bevor eine Anpassung der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung erfolgt ist, und in welcher Höhe sind Leistungen in diesem Zeitraum insgesamt vergeben worden?

Antwort

Die Bauhauptleistungen wurden durch die DB InfraGO AG im vierten Quartal 2025 vergeben. Aktuell bestehen hierfür Vertragsbindungen in Höhe von 445 Mio. Euro.

Frage 10 Seite 3

Erfolgen Sanierungsarbeiten im Rahmen der Generalsanierung zeitweise unter nur eingleisiger Sperrung der Strecke?

Antwort

Nein.

Frage 11 Seite 3

Wurde eine Aufrechterhaltung der Öffnung der Strecke geprüft, und was war das Ergebnis der Prüfung?

Antwort

Ja. Das Sperrkonzept wurde zwischen 29. August 2024 und 7. Februar 2025 durch die BNetzA zwischen 29. August 2024 und 7. Februar 2025 geprüft. Alternative Sperrkonzepte hätten Bautätigkeiten über mehrere Jahre zur Folge und würden in Summe zu deutlich höheren Beeinträchtigungen führen.

Frage 12 Seite 3

Welches Nutzen-Kosten-Verhältnis weist die Generalsanierung auf?

Antwort

Das Ergebnis der Auswertung der Wirtschaftlichkeitsprüfung liegt noch nicht final vor und wird zeitnah erwartet.

Frage 13 Seite 4

Im Vergleich zu welchem Bezugsfall wurden die Effekte der Generalsanierung bestimmt?

Antwort

Die Effekte der Sanierung werden mit dem Bezugsfall einer konventionellen Streckensanierung über mehrere Jahre mittels „Bauen unter dem rollenden Rad“ verglichen.

Frage 14 Seite 4

Welche Nutzen- und Kostenparameter wurden im Rahmen der Wirtschaftlichkeitsprüfung erhoben, und was sind die jeweiligen Barwerte (bitte jeweils angeben)?

Antwort

Hierzu ist aktuell keine Aussage möglich, da die Auswertung der Wirtschaftlichkeitsprüfung noch nicht abgeschlossen ist.

Frage 15 Seite 4

Zu welchem Zeitpunkt wurde die Wirtschaftlichkeitsprüfung durchgeführt?

Antwort

Die Wirtschaftlichkeitsprüfung wurde im zweiten und dritten Quartal 2025 durchgeführt.

Frage 16 Seite 4

In wie viele Lose wurde das Bauvolumen aufgeteilt, und was ist der jeweilige Inhalt sowie die Kosten der Lose?

Antwort

Die wesentlichen Bauleistungen wurden in zwei Baulose (Los 1: 340 Mio. Euro, Los 2: 105 Mio. Euro) unterteilt. Ergänzend hierzu wurde mehrere kleine Vergaben für konstruktiven Ingenieurbau sowie Leit- und Sicherungstechnik durchgeführt.

Frage 17 Seite 4

Nach welchen Kriterien erfolgte der Zuschlag für die Baulose (z. B. Preis, Nachhaltigkeit, zeitliche Umsetzung, bitte auch Gewichtung angeben)?

Antwort

Der Zuschlag erfolgt nach Auskunft der DB InfraGO AG zu 100 Prozent nach dem Preis.

Frage 18 Seite 4

Werden im Rahmen einer möglichen Finanzierungsvereinbarung bzw. bei der Anpassung der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung Angaben zu erbringenden Leistungen gemacht, und wenn ja, welche?

Antwort

Ja. Es werden die zu ersetzenden und neu zu errichtenden Mengen je Gewerk festgelegt.

Frage 19 + 19a + 19b + 19c + 19d + 19e + 19f + 19g + 19h + 19i + 19j + 19k + 19l + 19m + 19n + 19o + 19p + 19q + 19r + 19s + 19t + 19u + 19v + 19w Seite 4

19Welche Mengen folgender Anlagen befinden sich im Bereich der Generalsanierung:

19aGleise (m),

19bWeichen (Anzahl),

19cÜberleitstellen (Anzahl),

19dSignale (Anzahl),

19eSignalausleger (Anzahl),

19fAchszähler (Anzahl),

19gGleismagnete inklusive Geschwindigkeitsprüfeinrichtungen (Anzahl),

19hLinienförmige Zugbeeinflussung (LZB) (m),

19iEuropäisches Zugbeeinflussungssystem (ETCS) (m),

19jGeschwindigkeitsüberwachung für NeiTech-Züge (GNT) (m),

19kSchallschutzwände (m),

19lDurchlässe (Anzahl),

19mModulgebäude elektronisches Stellwerk (ESTW) bzw. digitales Stellwerk (DSTW) bzw. LZB bzw. ETCS (Anzahl),

19nBahnsteige (m),

19oPersonenunterführungen (Anzahl),

19pAufzüge bzw. Höhenfördertechnik (Anzahl),

19qBahnsteigbeleuchtungen (Anzahl),

19rBahnsteigdächer (m),

19sWeichenheizstationen (Anzahl),

19tOberleitung (m),

19uOberleitungsmasten (Anzahl),

19vQuertragwerke (Anzahl),

19wMasten (Global System for Mobile Communications – Rail (GSM-R))?

Antwort

Die Angaben können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.

Tabelle auf Seite 5 · 23 Zeilen × 2 Spalten
GewerkAktueller Bestand
a) Gleise (m)226 220 m
b) Weichen (Anzahl)175
c) Überleitstellen (Anzahl)10
d) Signale (Anzahl)266
e) Signalausleger (Anzahl)100
f) Achszähler (Anzahl)159
g) Gleismagnete inkl. Geschwindigkeitsprüfeinrichtungen (Anzahl)568
h) LZB (m)Keine
i) ETCS (m)Keine
j) GNT (m)26
k) Schallschutzwände (m)17 660 m
l) Durchlässe (Anzahl)207
m) Modulgebäude ESTW/DSTW/LZB/ETCS (Anzahl)9
n) Bahnsteige (Stk)43
o) Personenunterführungen (Anzahl)13
p) Aufzüge bzw. Höhenfördertechnik (Anzahl)7
q) Bahnsteigbeleuchtungen (Anzahl)43
r) Bahnsteigdächer (Stk)7
s) Weichenheizstationen (Anzahl)22
t) Oberleitung (m)248 019
u) Oberleitungsmasten (Anzahl)3359
v) Quertragwerke (Anzahl)90
w) Masten (GSM-R) (Anzahl)12
Frage 20 + 21 + 36 Seite 6

20Welche Mengen der in Frage 19 aufgelisteten Anlagen werden im Rahmen der Generalsanierung saniert bzw. ersetzt (bitte jeweils angeben)?

21Welche Mengen der in Frage 19 aufgelisteten Anlagen werden im Rahmen der Generalsanierung neu errichtet (bitte jeweils angeben)?

36Welche Anpassungen im Bereich der Leit- und Sicherungstechnik (z. B. Position Achszähler, Signalstandorte) erfolgen im Rahmen der Generalsanierung?

Antwort

Die Fragen 20, 21 und 36 werden gemeinsam beantwortet.

Die Angaben können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.

Tabelle auf Seite 6 · 15 Zeilen × 4 Spalten
GewerkelisteGesamtzahl je Gewerkdavon Ersatzdavon Neubau
Gleise (km)9696
Weichen (Stk)553124
Oberleitung (km)8181
Durchlässe (Stk)33
Stelleinheiten (Stk)124124
Überleitstellen (Stk)33
Kabeltiefbau (km)4040
Brücken (qm)125125
Bahnsteige (Stk) – hier Mehrbedarf Investiv und Aufwand3232
Höhenfördertechnik (Stk) – hier Mehrbedarf Investiv und Aufwand1156
Personenunterführung (Stk) – hier Mehrbedarf Investiv und Aufwand1111
Bahnsteigdach (Stk) – hier Mehrbedarf Investiv und Aufwand33
Rampen/ Treppen/ Zuwegung (Stk) – hier Mehrbedarf Investiv und Aufwand332211
EG (Stk) – hier Mehrbedarf Investiv und Aufwand88
Beleuchtung (Stk) – hier Mehrbedarf Investiv und Aufwand6161
Frage 22 Seite 6

Wie viele Meter Oberleitung weisen im Bereich der Generalsanierung eine Netzzustandsnote von vier oder schlechter auf?

Antwort

7 573 m Oberleitung weisen eine Netzzustandsnote von vier oder schlechter auf.

Frage 23 Seite 6

Welche Stellwerke befinden sich im Bereich der Generalsanierung, und was ist deren Netzzustandsnote jeweils (das bedeutet, dass die Stellwerke Stellelemente steuern, die sich im Bereich der Generalsanierung befinden; bitte jeweils auch Stellwerktyp angeben)?

Antwort

Im Bereich der Sanierung befinden sich nach Auskunft der DB InfraGO AG eine Unterzentrale (UZ) und sieben Elektronische Stellwerke (ESTW) ESTW-A des Typs Thales L90. In Regensburg Prüfening befindet sich ein SpDrS 600 und der Bahnhof Feucht wird durch die UZ Fischbach ESTW Simis C ferngestellt.

Nachfolgend ergänzend eine Übersicht der auswertbaren Zustandsnoten mit Stand NZB 2024:

Innenanlage ESTW Neumarkt (ZN: 3,6)

ESTW-A Beratzhausen (ZN: 3,2) ESTW-A Ochenbruck (ZN: 2,8)

ESTW-A Parsberg (ZN: 3,2)

ESTW-A Postbauer-Heng (ZN: 2,9)

ESTW-A Undorf (ZN: 4,1)

ESTW-A Deining (Oberpfalz) (ZN: 2,8)

ESTW-A Seubersdorf (ZN: 3,1).

Frage 24 Seite 7

Welche Stellwerke werden ausgetauscht, angepasst oder saniert (bitte ergriffene Maßnahmen auflisten)?

Antwort

Es werden keine Stellwerke ausgetauscht. Die bestehenden Elektronischen Stellwerke werden im Rahmen der Sanierung modernisiert.

Frage 25 Seite 7

Welche Maßnahmen zum Ausbau von GSM-R werden ergriffen?

Antwort

Im Rahmen der Sanierung werden sperrzeitenintensive Vorbereitungsarbeiten für die GSM-R Anlagen durchgeführt. Hierzu zählen insbesondere Arbeiten an den Kabelführungssystemen, sowie die Verlegung neuer LWL-Kabel. Die Erhöhung der Leistungsfähigkeit der GSM-R Standorte wird nachgelagert stattfinden, da nach aktuellem Planungsstand keine betrieblichen Auswirkungen zu erwarten sind.

Frage 26 Seite 7

Welche vorbereitenden Maßnahmen für FRMCS (Future Railway Mobile Communication System) werden ergriffen?

Antwort

Keine.

Frage 27 Seite 7

Auf wie vielen Bahnsteigdächern wird im Rahmen der Generalsanierung Photovoltaik installiert?

Antwort

Keinen.

Frage 28 Seite 7

Welche weiteren Instandhaltungs- und Ersatzarbeiten werden durchgeführt, die nicht von den vorherigen Fragen erfasst sind?

Antwort

Diese Frage kann erst beantwortet werden, wenn die komplette Bauausführungsplanung vorliegt, was vsl. erst kurz vor Baubeginn der Fall ist.

Frage 29 Seite 7

Was ist der Bauablauf für die folgenden Gewerke jeweils (bitte aufführen, welche Maßnahmen in welchem Zeitraum durchgeführt werden):

Antwort

Die Bauablaufpläne befinden sich im Rahmen der Ausführungsplanung derzeit in der Finalisierung. Folgende Planung wird vorgesehen:

Frage 29a Seite 7

Oberbau,

Antwort

Voraussichtlich Februar bis April.

Frage 29b Seite 8

Leit- und Sicherungstechnik,

Antwort

April bis Juli.

Frage 29c Seite 8

Elektrotechnik,

Antwort

Oberleitung vsl. April bis Juni, Weichenheizungen Juni bis Juli.

Frage 29d Seite 8

Konstruktiver Ingenieurbau?

Antwort

Je nach Örtlichkeit über fünf Monate verteilt.

Frage 30 Seite 8

Welche für die Strecke eigentlich geplanten Maßnahmen zur Verbesserung des Zustands oder der Kapazität sind nicht umsetzbar gewesen, und welche rechtlichen Limitationen haben die Umsetzung verhindert (bitte jeweils aufführen)?

Antwort

Die DB InfraGO AG beabsichtigt alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Strecke in einen verlässlichen und leistungsfähigen Zustand zu versetzten, ohne dass weitere investive Maßnahmen in den folgenden mindestens fünf Jahren notwendig werden.

Frage 31 Seite 8

Was ist die aktuelle Verspätung für Züge, die im Bereich der Generalsanierung ein- bzw. ausfahren (bitte Einbruchs- sowie Ausbruchspünktlichkeit angeben sowie getrennt nach Schienenpersonenfernverkehr (SPFV), Schienenpersonennahverkehr (SPNV) und Schienengüterverkehr (SGV))?

Antwort

Nach Mitteilung der DB InfraGO AG bestehen derzeit folgende Verspätungen:

Schienenpersonenfernverkehr:

Regensburg Hbf–Nürnberg Hbf:

• Messstelle Regensburg Hbf 43,4 Prozent

• Messstelle Nürnberg Hbf 36,7 Prozent

Nürnberg Hbf–Regensburg Hbf:

• Messstelle Nürnberg Hbf 47,1 Prozent

• Messstelle Regensburg Hbf 41,0 Prozent

Schienenpersonennahverkehr:

Regensburg Hbf–Nürnberg Hbf:

• Messstelle Regensburg Hbf 78,1 Prozent

• Messstelle Nürnberg Hbf 78,9 Prozent

Nürnberg Hbf–Regensburg Hbf:

• Messstelle Nürnberg Hbf 76,0 Prozent

• Messstelle Regensburg Hbf 73,0 Prozent

Schienengüterverkehr: (Gesamter SGV inkl. Gelegenheitsverkehre)

Regensburg Hbf–Nürnberg Hbf:

• Messstelle Regensburg Hbf 9,8 Prozent

• Messstelle Nürnberg Hbf 10,3 Prozent Nürnberg Hbf–Regensburg Hbf:

• Messstelle Nürnberg Hbf 8,8 Prozent

• Messstelle Regensburg Hbf 8,2 Prozent

Hierbei handelt es sich um den Datenstand Oktober 2025, Erfassungszeitraum von Januar 2025 bis einschließlich September 2025.

Frage 32 Seite 9

Welche Ausweichstrecken werden im Zeitraum der Generalsanierung genutzt?

Antwort

Die DB InfraGO AG sieht die folgenden Ausweichstrecken vor:

• Nürnberg–Schwandorf–Regensburg

• Passau–Plattling–Landshut–München–Nürnberg

• Wels–Salzburg–Freilassing–München–Nürnberg

• Nürnberg–Ingolstadt–Regensburg

Frage 33 Seite 9

Welche Sanierungs- sowie andere Maßnahmen werden auf diesen Ausweichstrecken vor Beginn der Generalsanierung jeweils ergriffen?

Antwort

Eine umfangreiche Sanierung erfolgte zwischen Regensburg und Schwandorf im Sommer 2024. Weitere Maßnahmen befinden sich derzeit in Umsetzung durch die DB InfraGO AG.

Frage 34 Seite 9

Welche anderen Projekte (z. B. Bedarfsplanprojekte) werden aufgrund der Generalsanierung verzögert (z. B. durch fehlende Sperrpausen)?

Antwort

Keine.

Frage 35 Seite 9

Sofern kein ETCS im Rahmen der Generalsanierung verbaut wird und auch nicht bereits installiert ist, wann soll der Einbau von ETCS erfolgen, und welche vorbereitenden Maßnahmen werden im Rahmen der Generalsanierung ergriffen (bitte auflisten)?

Antwort

Im Zuge der Sanierung des Korridors Nürnberg–Regensburg werden ausschließlich vorbereitende Maßnahmen für die Implementierung des European Train Control Systems (ETCS) durchgeführt. Hierzu zählen beispielsweise Kabeltiefbau, die vorbereitende Anpassung bestehender ESTW (ETCS ready) sowie die zukunftssichere Umrüstung der Gleisfreimeldung.

Die verbleibenden Maßnahmen für die Inbetriebnahme von ETCS werden dann in verkehrsschwachen Zeiten bzw. im Rahmen von für die Instandhaltung bereits vorgesehenen Zeiträumen (IH-Fenstern) auf der Strecke umgesetzt.

Frage 37 Seite 9

Werden im Rahmen der Generalsanierungen Blockverdichtungen vorgenommen, und wenn ja, wo (bitte genauen Standort der zusätzlichen Signale jeweils angeben)?

Antwort

Es werden Blockverdichtungen vorgenommen. Die genauen Standorte werden derzeit in der Ausführungsplanung konkretisiert.

Frage 38 Seite 10

Welche kleinen und mittleren Maßnahmen sind nach den durchgeführten eisenbahnbetriebswissenschaftlichen Untersuchungen im Bereich der Generalsanierung sinnvollerweise zu errichten?

Antwort

Die Errichtung nachfolgender Maßnahmen wäre laut Untersuchungen sinnvoll:

– Überleitstelle Felsentor

– Überleitstelle Endorfmühle

– Weichentrapez südl. Parsberg

– Überleitstelle Batzhausen–Deining

– Überleitstelle Burgthann (Ochenbruck).

Frage 39 Seite 10

Welche kleinen und mittleren Maßnahmen werden im Rahmen der Generalsanierung umgesetzt (bitte auflisten)?

Antwort

Folgende Maßnahmen werden umgesetzt:

– Überleitstelle: Burgthann (Ochenbruck)

– Weichentrapez südl. Parsberg

– Weichenverbindung Beratzhausen.

Frage 40 Seite 10

An welchen Stellen der Strecke im Bereich der Generalsanierung befinden sich Überleitmöglichkeiten (bitte alle Überleitmöglichkeiten mit genauem Standort sowie Art der Überleitstelle: einfach inklusive Richtungsangabe, doppelt, Trapez inklusive Richtungsangabe, angeben)?

Antwort

Die Informationen können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.

Tabelle auf Seite 10 · 10 Zeilen × 3 Spalten
OrtArtRichtung
Regensburg PrüfeningeinfachNürnberg
UndorfBahnhofRegensburg/Nürnberg
BeratzhausenBahnhofRegensburg/Nürnberg
ParsbergBahnhofRegensburg/Nürnberg
SeubersdorfBahnhofRegensburg/Nürnberg
DeiningBahnhofRegensburg/Nürnberg
NeumarktBahnhofRegensburg/Nürnberg
Postbauer HengBahnhofRegensburg/Nürnberg
OchenbruckBahnhofRegensburg/Nürnberg
FeuchtBahnhofRegensburg/Nürnberg
Frage 41 Seite 10

Welche Anpassungen an Überleitgeschwindigkeiten erfolgen an bestehenden Überleitmöglichkeiten, und wenn keine Anpassungen erfolgen, warum nicht?

Antwort

Die DB InfraGO AG sieht eine Anpassung der Überleitgeschwindigkeit in Parsberg vor.

Frage 42 Seite 10

Welche zusätzlichen Überleitmöglichkeiten werden an welchen Stellen neu errichtet, und welche Überleitgeschwindigkeiten sind dort jeweils vorgesehen?

Antwort

Folgende Maßnahmen sieht die DB InfraGO AG vor:

– Überleitstelle Burgthann (Ochenbruck): 100 km/h

– Weichentrapez südl. Parsberg 100 km/h

– Weichenverbindung Beratzhausen.

Frage 43 Seite 11

In welchen Abschnitten erfolgt eine Erhöhung der Geschwindigkeit in durchgehenden Hauptgleisen (bitte genauen Standort sowie Distanz, Geschwindigkeit vor der Maßnahme sowie nach der Maßnahme jeweils benennen)?

Antwort

Es erfolgt keine Geschwindigkeitserhöhung.

Frage 44 Seite 11

Bei welchen Weichen wird die aktuelle Zweiggleisgeschwindigkeit erhöht (bitte jeweils auflisten, ggf. auch nach Bahnhöfen gruppiert)?

Antwort

Dies wird aktuell im Rahmen der Ausführungsplanung ermittelt.

Frage 45 Seite 11

Welche Überholgleise sollen im Rahmen der Generalsanierung neu errichtet werden (bitte auflisten)?

Antwort

Keine.

Frage 46 Seite 11

Welche Überholgleise sollen im Rahmen der Generalsanierung verlängert bzw. angepasst werden (bitte auflisten)?

Antwort

Keine.

Frage 47 Seite 11

Welche Überholgleise im Wirkungsbereich der Generalsanierung werden nachträglich errichtet (bitte mit Zeitplan der Inbetriebnahme auflisten)?

Antwort

Das 740 m Gleis in Parsberg soll im Jahr 2028 oder 2029 realisiert werden.

Frage 48 Seite 11

Welche Genehmigungsverfahren, wie beispielsweise Planfeststellungen oder Plangenehmigungen, laufen aktuell im Wirkungsbereich der Generalsanierung (bitte mit aktuellem Stand sowie Umsetzungszeitraum auflisten)?

Antwort

Für die Stationen Seubersdorf, Neumarkt, Laaber, Beratzhausen und Parsberg wurden beim Eisenbahn-Bundesamt Außenstelle Nürnberg Anträge auf Plangenehmigung durch die DB InfraGO AG eingereicht.

Tabelle auf Seite 11 · 5 Zeilen × 3 Spalten
StationEinreichungStatus
Seubersdorf28.01.25Eingang Stellungnahmen nach TöB Beteilung durch EBA
Neumarkt29.07.25TöB Beteiligung durch EBA
Laaber18.06.25Überarbeitung der Genehmigungsunterlagen nach Eingangsprüfung seitens EBA.
Beratzhausen07.05.25Eingang Stellungnahmen nach TöB Beteilung durch EBA
Parsberg13.05.25Eingang Stellungnahmen nach TöB Beteilung durch EBA
Frage 49 + 50 + 51 Seite 12

49Welche Maßnahmen für den Deutschlandtakt werden im Rahmen der Generalsanierung umgesetzt?

50Sollten Maßnahmen für den Deutschlandtakt im Rahmen der Generalsanierung durchgeführt werden, werden die Deutsche Bahn und die Bundesregierung diese Maßnahmen entsprechend kommunikativ begleiten (z. B. durch Verwendung des Siegels „Ein Projekt für den Deutschlandtakt“), und wenn nein, warum nicht?

51Welche 740-m-Gleise werden im Rahmen der Generalsanierung umgesetzt?

Antwort

Die Fragen 49 bis 51 werden aufgrund ihres Sachzusammenhangs gemeinsam beantwortet.

Keine.

Frage 52 Seite 12

In welchem Maße wird im Rahmen der Generalsanierung Nürnberg–Regensburg die Kapazität angehoben (bitte Änderung der Nennleistung angeben)?

Antwort

Es erfolgt keine Anhebung der Kapazität durch einen Streckenausbau. Vielmehr kann durch ein reduziertes Störgeschehen nach der Sanierung die Leistungsfähigkeit der Strecke angehoben werden.

Frage 53 Seite 12

Wie wird sich die Verspätung (z. B. Einbruch- und Ausbruchsverspätung) durch die Maßnahmen der Generalsanierung genau entwickeln?

Antwort

Durch die Sanierung sollen 80 Prozent der infrastrukturellen Störungen auf dem betroffenen Streckenabschnitt reduziert werden. Die hieraus resultierende Wirkung auf die Pünktlichkeit ist abhängig von der Einbruchsverspätung.

Frage 54 Seite 12

Welche Maßnahmen werden an welchen Bahnhöfen ergriffen (bitte für jeden Bahnhof alle Maßnahmen auflisten)?

Antwort

Die DB InfraGO AG modernisiert alle 20 Bahnhöfe zwischen Feucht und Regensburg-Prüfening nach einem ganzheitlichen Qualitätsstandard. Dabei steht unter anderem der barrierefreie Ausbau im Fokus.

Die Sanierungsmaßnahmen umfassen neben der Verkehrsstation (Bahnsteige und Zugänge) auch die Empfangsgebäude sowie die Vorplätze und die Anschlussmobilität. Die genauen Maßnahmen sind noch in Abstimmung und sollen zeitnah kommuniziert werden.

Frage 55 Seite 12

Welche Bahnhöfe werden im Rahmen der Generalsanierung zu Zukunftsbahnhöfen ausgebaut (bitte alle auflisten)?

Antwort

Während der Sanierung werden sämtliche Bahnhöfe entlang der Strecke Nürnberg – Regensburg – mit Ausnahme der Bahnhöfe in Feucht und Regensburg-Prüfening – saniert. Die Entwicklung zu Zukunftsbahnhöfen erfolgt sukzessive mit der Umsetzung verschiedener Maßnahmen im Bahnhofsumfeld.

Frage 56 Seite 13

Wie werden vor und während der Korridorsanierung die Öffentlichkeit sowie das Parlament über die Maßnahmenumfänge und die einzelnen Baufortschritte, Zeitpläne und Kostenentwicklungen informiert?

Antwort

Hierzu sind in der 3. Nachtragsvereinbarung zur LuFV III Regelungen in Erarbeitung.

Frage 57 Seite 13

Erfolgte die Entscheidung zur Generalsanierung in der nun geplanten Form vorwiegend aufgrund betriebswirtschaftlicher Gründe, also mit Blick auf die günstigste Variante, oder aufgrund volkswirtschaftlicher Überlegungen, also dem angenommenen besten Nutzen und den geringsten Gesamtfolgen für die Volkswirtschaft?

Antwort

Die Entscheidung erfolgte aus betriebs- und volkswirtschaftlichen Gründen. Der volkswirtschaftliche Nutzen wird in einer Wirtschaftlichkeitsprüfung betrachtet.

Frage 58 Seite 13

Zu welchen volkswirtschaftlichen Einbußen kommt es durch die Komplettsperrung der genannten Strecken?

Antwort

Hierzu ist aktuell keine umfassende Aussage möglich, da die Auswertung der Wirtschaftlichkeitsprüfung noch nicht abgeschlossen ist.

Frage 59 Seite 13

In welchem Planungsstadium befinden sich die verschiedenen Bauabschnitte?

Antwort

Alle Bauabschnitte befinden sich in der Ausführungsplanung.

Frage 60 Seite 13

Wie viele Güterzüge befahren im Schnitt der vergangenen fünf Jahre die Strecke Nürnberg–Regensburg (bitte nach Abschnitten jeweils samt Gegenrichtung aufschlüsseln)?

Antwort

Die Informationen können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.

Tabelle auf Seite 13 · 6 Zeilen × 2 Spalten
Neumarkt:
JahrAnzahl Züge/Tag
201998
202094
2021107
2022109
202398
202493
Tabelle auf Seite 13 · 6 Zeilen × 2 Spalten
Beratzhausen:
JahrAnzahl Züge pro Tag
201998
202094
2021107
2022109
202397
202493
Frage 61 Seite 14

In welchem Ausmaß werden während der Generalsanierung Güterverkehre durch Gleisanschließer abgewickelt werden können?

Antwort

Ziel der DB InfraGO AG ist es zwischen Montag und Samstag zwischen Nürnberg und Neumarkt in der Regel jeweils 4 Zugpaare für die Gleisanschließer anbieten zu können. In einzelnen kurzen Bauphasen erfolgen Einschränkungen, bspw. durch den Einschub von Brücken.

Frage 62 Seite 14

Auf welchen Ausweichstrecken soll der Güterverkehr und in welchem Umfang sichergestellt werden?

Antwort

Für den Güterverkehr sieht die DB InfraGO AG folgende Umleitungsstrecken vor:

a) Nürnberg-Schwandorf-Regensburg,

b) Nürnberg-Ingolstadt-Regensburg.

c) München-Rosenheim-Salzburg,

d) München–Landshut–Plattling.

Frage 63 Seite 14

Wie wird der Umleitungsverkehr mit Hinblick auf elektrifizierte und nichtelektrifizierte Schienenstrecken sichergestellt?

Antwort

Züge des Fernverkehrs werden umgeleitet, Züge des Nahverkehrs werden durch einen Schienenersatzverkehr ersetzt. Die Nahverkehrsleistungen zwischen Nürnberg und Regensburg via Schwandorf sollen kapazitativ verstärkt werden. Güterverkehre werden umgeleitet. Zwischen Nürnberg und Schwandorf stellt die DB InfraGO AG Dieseltraktionsleistungen, um auf der nichtelektrifizierten Strecke nahräumige Umleitungsmöglichkeiten zu schaffen.

Frage 64 Seite 14

Kommen zur effizienten Nutzung nichtelektrifizierter Umleitungsstrecken Dual-Mode-Streckenlokomotiven zum Einsatz, wenn ja, in welchem Umfang, und wenn nein, warum nicht?

Antwort

Die Auswahl des Traktionsmittels obliegt den verkehrsdurchführenden Eisenbahnverkehrsunternehmen. Der Einsatz von Dual-Mode Lokomotiven auf den entsprechenden Umleitstrecken ist technisch möglich.

Frage 65 Seite 14

Inwiefern werden Spotzüge während der Generalsanierung Güter auch flexibel transportieren können?

Antwort

Für den kurzfristigen Gelegenheitsverkehr bestehen Restkapazitäten auf verschiedenen Umleitstrecken. Die gesetzlichen Vorgaben werden hierbei eingehalten.

Frage 66 Seite 14

Ist der Bundesregierung das Verhältnis auf der Strecke Nürnberg–Regensburg zwischen Güterfahrplan und Spotzügen in den vergangenen fünf Jahren bekannt?

Antwort

Nein.

Frage 67 Seite 15

Ist der Bundesregierung bekannt, in welchem Ausmaß sich der Transport von Gütern durch die weiträumigen Umleitungen verteuert?

Antwort

Nein.

Frage 68 Seite 15

Mit welchen Auswirkungen auf die Auslastung des Güterverkehrs rechnet die Bundesregierung durch die Generalsanierung?

Antwort

Dem Bundesministerium für Verkehr liegen keine Informationen vor, worauf entsprechende Rückschlüsse zu Auswirkungen auf die Auslastung gezogen werden können.

Frage 69 Seite 15

Mit welcher Verlagerung von Gütern von der Schiene auf die Straße rechnet die Bundesregierung während der Generalsanierung (bitte in Lkw-Fahrten aufschlüsseln)?

Antwort

Dem Bundesministerium für Verkehr liegen diesbezüglich keine Informationen vor.

Frage 70 Seite 15

Wie ist der aktuelle Planungsstand zur Gewährleistung eines attraktiven und leistungsfähigen Schienenersatzverkehrs (SEV) in der Zeit der Vollsperrung?

Antwort

Dass Schienenersatzverkehrskonzept ist erstellt. Die notwendigen Kapazitäten an Fahrpersonalen und Fahrzeugen sind bei den rahmenvertraglich über die DB InfraGO AG gebundenen Busunternehmen durch die Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) abgerufen. Aktuell wird insbesondere an der Umsetzung des Haltestellenkonzeptes und der Fahrgastkommunikation gearbeitet. Der Ersatzverkehrsfahrplan wurde Mitte Oktober 2025 im DB Navigator und angeschlossenen Datenplattformen hinterlegt.

Frage 71 Seite 15

Mit wie vielen Bussen und Fahrern soll der SEV bewerkstelligt werden?

Antwort

In der Spitze kommen ca. 130 Busse mit 400 Fahrern zum Einsatz.

Frage 72 Seite 15

Auf welchen Strecken, mit welchen Haltepunkten, in welcher Frequenz und zu welchen Zeiten soll der SEV zweckmäßig bedient werden?

Antwort

Der SEV-Fahrplan wurde durch den Aufgabenträger BEG in Abstimmung mit den EVU und Kommunen erstellt. Er bedient alle im Schienenpersonennahverkehr entfallenden Linien und Ortschaften/Haltestellen. Der Takt ist je Linie und ggf. Tageszeit unterschiedlich und orientiert sich an den Bedarfen.

Frage 73 Seite 15

Mit welcher durchschnittlichen Fahrzeit des SEV rechnet das Bundesministerium für Verkehr (BMV) im Vergleich zur durchschnittlichen Reisezeit auf der Schiene?

Antwort

Dies lässt sich nicht eindeutig beantworten, da es von Quelle und Ziel abhängt. Die genauen Zeiten können seit dem 15. Oktober 2025 im DB Navigator eingesehen werden.

Frage 74 Seite 16

Wer trägt die Kosten des SEV?

Antwort

Die Kosten werden zu 50 Prozent durch die Länder, 40 Prozent durch den Bund und 10 Prozent durch die DB InfraGO AG getragen.

Frage 75 Seite 16

Welchen Stellenwert hat für die Bundesregierung eine Beteiligung des Mittelstandes bei der Bewältigung des SEV?

Antwort

Die Beteiligung des Mittelstandes hat einen hohen Stellenwert.

Frage 76 Seite 16

Haben sich Busunternehmen aus den betroffenen Regierungsbezirken Oberpfalz und Mittelfranken für eine Übernahme von Teilen des SEV beworben?

Antwort

Die DB InfraGO AG kann aus wettbewerbsrechtlichen Gründen keine Angaben zu den Bewerbern machen.

Frage 77 Seite 16

Kommen bei der Ausschreibung für den SEV regionale Busunternehmen zum Zug?

Antwort

Mit den Leistungen für den Schienenersatzverkehr (SEV) während der Sanierung Nürnberg–Regensburg sind die Unternehmen deuBus und DB Regio betraut. Die deuBus AG ist eine überwiegend von mittelständischen Unternehmen getragene Gesellschaft mit Sitz in Landsberg am Lech. Die DB Regio AG hat mit der DB Regio Bus Bayern eine 100 Prozenttige Tochtergesellschaft mit Sitz in Bayern.

Frage 78 Seite 16

Entspricht es den Tatsachen, dass die Ausschreibung so ausgestaltet war, dass ein Auftragnehmer nicht ausschließlich für den angebotenen Korridor eingesetzt werden kann, sondern ggf. auch bundesweit?

Antwort

Ja.

Frage 79 Seite 16

Inwiefern besteht bei der Planung des SEV eine Abstimmung mit den jeweiligen Straßenbaulastträgern hinsichtlich eventuell geplanter Straßensanierungsarbeiten auf den gedachten SEV-Strecken?

Antwort

Vor Betriebsstart der Ersatzverkehre finden Abstimmungen mit den regionalen Straßenbaulastträgern in Städten, Kommunen und mit staatlichen Bauämtern, sowie mit der Autobahn GmbH, statt. Dies erfolgt in Abstimmung mit den Aufgabenträgern.

Frage 80 Seite 16

Mit welchen Einschränkungen im Fernverkehr, besonders mit Blick auf Österreich, rechnet das BMV im Rahmen der geplanten Komplettsperrung?

Antwort

Im Fernverkehr wird bis 13. Juni 2026 ein Teil der sonst mindestens zweistündlichen ICE-Züge zwischen Nürnberg und Regensburg über Ingolstadt umgeleitet. Die Fahrzeit verlängert sich um rund eine Stunde. Zusätzlich wird eine ICE-Fahrt je Tag und Richtung von München über Landshut, Regensburg und Passau nach Wien fahren. Der Rest der Züge beginnt/endet bereits in Nürnberg. Zur Reise zwischen Deutschland und Österreich stehen weiterhin auch die zweistündlichen Züge zwischen München und Wien via Salzburg zur Verfügung.

In Regensburg, Passau und Plattling ist das Fernverkehrsangebot in dieser Phase reduziert, in Straubing halten vorübergehend keine Fernzüge.

Frage 81 Seite 17

In welchem Umfang sind Zugpaare über Regensburg–Ingolstadt–Nürnberg umleitbar?

Antwort

Es werden 3 Zugpaare in Doppeltraktion (2x ICE-T) über diese Relation umgeleitet. 1 Zugpaar des ICE-T wird in Tagesrandlage über Landshut umgeleitet werden. Die weiteren Fahrten beginnen/enden in Nürnberg.

Frage 82 Seite 17

Wie ist der aktuelle Planungsstand bei Schall- und Erschütterungsschutzmaßnahmen?

Antwort

Es werden keine Maßnahmen vorgesehen.

Frage 83 Seite 17

Wie und wann werden betroffene Kommunen und Anwohner über die geplanten Maßnahmen informiert?

Antwort

Betroffene Kommunen und Anwohner werden regelmäßig und über unterschiedliche Kommunikationskanäle sowie Formate durch die für die Sanierung verantwortliche DB InfraGO AG informiert.

Betroffene Anwohner werden außerdem per Postwurf informiert, unter anderem zu anstehenden Maßnahmen und mögliche Lärmentwicklungen. Beispielsweise erhielten Anfang Oktober 2025 über 50 000 Haushalte entlang der Strecke eine Postwurfsendung in der die Sanierung angekündigt und die anstehende Infotour sowie Kontaktmöglichkeiten kommuniziert werden.

Frage 84 Seite 17

Inwiefern wird die Strecke im Rahmen der Generalsanierung in den Zustand ETCS-ready versetzt?

Antwort

Es ist eine vollständige Ausrüstung der Strecke mit ETCS-ready vorgesehen.

Frage 85 Seite 17

In welcher Form und Frequenz findet ein Austausch mit den Verantwortlichen in Österreich, Polen und Tschechien zur geplanten Generalsanierung statt?

Antwort

Es gibt regelmäßige internationale Arbeitsrunden, im Rahmen dieser wurden auch die Umleitmengen ermittelt und festgelegt. Insbesondere mit Österreich finden weitere Vertiefungen statt, da während der Sanierung Nürnberg–Regensburg hier ebenfalls Verkehre umgeleitet werden müssen (Umleitstrecke via Salzburg). Auch um zum Beispiel für den Fall einer Havarie entsprechende Konzepte zu erarbeiten, da Österreich ebenfalls mit Umleitverkehren betroffen wäre.

Frage 86 Seite 18

Inwiefern sind Strecken in Österreich, Polen und Tschechien als Ausweichstrecken während der Generalsanierung vorgesehen (bitte Ausweichstrecken benennen)?

Antwort

Die Umleitstrecke Wels–Salzburg–Freilassing–Rosenheim–München ist eine Ausweichstrecke in Österreich.

Frage 87 Seite 18

Zieht die Bundesregierung angesichts der Beschwerde der agilis Eisenbahngesellschaft bei der Bundesnetzagentur über die Totalsperre Konsequenzen für Kommunikation und Prüfung von Alternativen bei künftigen Generalsanierungen?

Antwort

Die DB InfraGO AG wurde gebeten frühzeitiger in die Kommunikation einzusteigen. Eine Prüfung alternativer Sperrpausenkonzepte obliegt der DB InfraGO AG als Aufgabenträgerin.

Frage 88 Seite 18

Wie bewertet die Bundesregierung die Frage einer finanziellen Kompensation für betroffene Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU)?

Antwort

Eine finanzielle Kompensation ist aufgrund fehlender rechtlicher Grundlagen und den für andere Sanierungen testierten positiven Nutzen der Aanierung für den Fern- und Güterverkehr nicht vorgesehen.

Frage 89 Seite 18

Inwiefern beurteilt die Bundesregierung die Risikoverteilung bei der Generalsanierung und ihren Folgen als sinnvoll, falls ein EVU durch die Folgen der Generalsanierung in ein Insolvenzverfahren gerät?

Antwort

Dem Bundesministerium für Verkehr liegen diesbezüglich keine Informationen vor.

Frage 90 Seite 18

Inwiefern ist für die Zeit der Generalsanierung des Abschnitts Regensburg–Passau eine umsteigefreie Anbindung für Reisende, insbesondere auch Touristinnen und Touristen, aus Linz oder Wien sichergestellt?

Antwort

Eine umsteigefreie Anbindung ist nach Auskunft der DB InfraGO AG nicht möglich. Reisende haben jedoch ab Nürnberg, Regensburg oder Ingolstadt die Möglichkeit über München nach Wien bzw. Linz zu reisen.

Frage 91 Seite 18

Mit welchen Reisezeiten aus Wien Hbf, Linz Hbf und Salzburg Hbf ist während der Generalsanierung des Abschnitts Regensburg–Passau nach Regensburg zu rechnen?

Antwort

Nach Auskunft der DB InfraGO AG sind bei gut gewählten Verbindungen die Reisezeiten wie folgt:

– von Regensburg nach Wien: 5:27h

– von Regensburg nach Linz: 4:13h

– von Regensburg nach Salzburg: 2:57h.

Frage 92 Seite 19

Inwiefern gibt es Überlegungen, während der Generalsanierung des Abschnitts Regensburg–Passau eine umsteigefreie Anbindung für Reisende, insbesondere auch Touristinnen und Touristen, aus Österreich nach Regensburg über Freilassing zu ermöglichen, zum Beispiel durch Verlängerung bestehender Verbindungen österreichischer Anbieter über München?

Antwort

Dem Bundesministerium für Verkehr sind hierzu keine Überlegungen bekannt.

Frage 93 Seite 19

Mit welchen Reisezeiten aus Nürnberg Hbf und Neumarkt in der Oberpfalz ist während der Generalsanierung des Abschnitts Nürnberg–Regensburg zu rechnen?

Antwort

Nach Auskunft der DB InfraGO AG ergeben sich während der Sanierung folgende Reisezeiten:

– von Nürnberg nach Regensburg: 1:40h mit RE 40 via Schwandorf

– von Neumarkt OPf. nach Regensburg: 1:16h mit Bus RE 22.