Psychische Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen im zeitlichen Kontext der Corona-Pandemie

Drucksache 21/391Antwortauf die Kleine Anfrage 21/18603.06.202510 Seiten3 FragenFraktion der AfDBundesministerium für GesundheitGesundheit1 Anlage als PDF
Vorbemerkung der Fragesteller

Vorbemerkung der Fragesteller

In ihrer Antwort auf die Kleinen Anfrage auf Bundestagsdrucksache 20/8073 nannte die Bundesregierung Daten zur Anzahl vollstationärer Behandlungen von Kindern und Jugendlichen zwischen fünf und 18 Jahren mit den Hauptdiagnosen Depressive Episode und Rezidivierende depressive Störung für die Jahre 2018 bis 2021, allerdings keine detaillierten Informationen zu Quartalszahlen.

Außerdem wird darauf hingewiesen, dass Mehrfachzählungen einer Person möglich sind, wenn diese im Berichtsjahr aufgrund derselben Hauptdiagnose mehrfach stationär behandelt wurde. Zusätzlich zur Depressionserkrankung wurde mit der Antwort auch ein signifikanter Anstieg von Essstörungen bei Kindern und Jugendlichen während der Pandemie berichtet. Die Zahl der diagnostizierten Essstörungen stieg von 4 477 Fällen im Jahr 2018 auf 6 948 im Jahr 2021, wobei Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren am stärksten betroffen waren.

Frage 1 + 2 + 4 Seite 1

1Wie haben sich die Diagnosedaten der Krankenhäuser bezüglich depressiver Erkrankungen (ICD-10 F32 und F33) zwischenzeitlich bis einschließlich 2024 für die Altersgruppen fünf bis unter zehn, zehn bis unter 15, 15 bis unter 18 und fünf bis unter 18 Jahren gesamt entwickelt (bitte quartalsweise ab 2018 angeben)?

2Wie haben sich die Diagnosedaten der Krankenhäuser bezüglich Essstörungen (ICD-10 F50) zwischenzeitlich bis einschließlich 2024 für die Altersgruppen fünf bis unter zehn, zehn bis unter 15, 15 bis unter 18 und fünf bis unter 18 Jahren gesamt entwickelt (bitte quartalsweise ab 2018 angeben)?

4Wie haben sich die in der Antwort zu Frage 3 in der Antwort der Bundesregierung auf Bundestagsdrucksache 20/8073 dargelegten Daten zur Anzahl von Kindern und Jugendlichen zwischen fünf und 18 Jahren, bei denen in Deutschland im Zeitraum von 2018 bis einschließlich erstes Quartal 2023 andere psychiatrische Erkrankungen diagnostiziert worden sind, zwischenzeitlich bis einschließlich 2024 weiterentwickelt?

Antwort

Die Fragen 1, 2 und 4 werden aufgrund ihres Sachzusammenhangs gemeinsam beantwortet.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes haben sich die Zahlen an aus dem Krankenhaus entlassenen vollstationären Patientinnen und Patienten (einschließlich Sterbe- und Stundenfälle) im Alter von fünf bis 18 Jahren in den Jahren 2018 bis 2023 wie in der beigefügten Tabelle (Anlage 1*) dargestellt entwickelt. Daten für das Berichtsjahr 2024 liegen nicht vor. Quartalsdaten liegen dem Statistischen Bundesamt in der Krankenhausdiagnosestatistik nicht vor.

AnlageAnlage zur Antwort der Bundesregierung auf die Fragen 1, 2 und 4 der

PDF-Seiten 3–9 (7 Seiten) · im Originalformat beigefügt, nicht in Tabellen übernommen

Frage 3 Seite 2

Hat die Bundesregierung zwischenzeitlich Schritte unternommen, um die Genauigkeit und Aussagekraft der Daten bezüglich möglicher Mehrfachzählung zu erhöhen (wenn ja, bitte auch die überarbeiteten Zahlen der Antworten zu den Fragen 1 und 2 rückwirkend ab 2018 angeben)?

Antwort

Mehrfachzählungen einer Person können dadurch zustande kommen, dass eine Patientin oder ein Patient im Berichtsjahr aufgrund der gleichen Hauptdiagnose mehrfach stationär behandelt werden musste. Krankenhausdiagnosestatistiken werden national und international auf der Basis von Patientenaufnahmen und -entlassungen geführt und ermöglichen fallbezogene, jedoch keine personenbezogenen Aussagen. Pseudonymisierte Abrechnungsdaten der gesetzlichen Krankenkassen, bei denen nach Bedarf sowohl nach ambulanten als auch nach stationären Diagnosen unterschieden werden kann, ohne dass es zu Mehrfachzählungen kommt, werden zukünftig auf Basis eines krankenkassenübergreifenden Datensatzes beim Forschungsdatenzentrum Gesundheit (FDZ Gesundheit) am Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zu Forschungszwecken zugänglich gemacht.

Frage 5 Seite 2

Liegen der Bundesregierung Daten oder Studien vor, die einen direkten Zusammenhang zwischen spezifischen Corona-Maßnahmen und der Zunahme psychischer Erkrankungen bei Minderjährigen belegen oder ausschließen?

Antwort

Der Bundesregierung liegen keine Daten oder Studien im Sinne der Fragestellung vor.