Planungssicherheit für den Wärmepumpenmarkt

Drucksache 21/1404Antwortauf die Kleine Anfrage 21/121828.08.20258 Seiten20 FragenFraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNENBundesministerium für Wirtschaft und EnergieEnergieWirtschaft
Vorbemerkung der Fragesteller

Vorbemerkung der Fragesteller

Am Heizungsmarkt ist nach dem ersten Halbjahr 2025 ein Rückgang der Anzahl fossiler Öl- und Gasheizungen zu verzeichnen, während die Absatzzahlen von Wärmepumpen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 55 Prozent zugelegt haben (www.waermepumpe.de/presse/pressemitteilungen/details/waerme pumpe-belegt-erstmals-top-position-unter-den-verkauften-heizsystemen-verba nd-fordert-klarheit-ueber-zukuenftige-rahmenbedingungen/). Die Wärmepumpe war im ersten Halbjahr 2025 mit 139 000 Einheiten die am häufigsten verkaufte Heizungsart. Zugleich schrumpfte der Heizungsmarkt in Summe um etwa 20 Prozent.

Der Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD kündigt eine „Abschaffung des Heizungsgesetzes“ (S. 24) und die Schaffung eines neuen Gebäudeenergiegesetzes (GEG) an. Hierdurch werden Verbraucherinnen und Verbraucher laut Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) verunsichert, was Investitionen in Heizung und Effizienzmaßnahmen hemmt (www.b dh-industrie.de/presse/pressemeldungen/artikel/heizungsmarkt-weiter-im-ruec kwaertsgang-heizungsindustrie-fordert-schnell-klare-rahmenbedingungen).

Die Sektorziele des Bundes-Klimaschutzgesetzes (KSG) im Bereich Gebäude werden nach aktuellen Prognosen verfehlt (www.umweltbundesamt.de/theme n/klima-energie/klimaschutz-energiepolitik-in-deutschland/szenarien-fuer-dieklimaschutz-energiepolitik/integrierte-energie-treibhausgasprojektionen#--2). Daher sind – laut Expertenrat für Klimafragen – Maßnahmen zur Dekarbonisierung dieses Sektors notwendig (https://expertenrat-klima.de/content/upload s/2025/06/ERK2025_Pruefbericht-Emissionsdaten-2024-Projektionsdaten-202 5.pdf). Der Heizungstausch ist eine dieser wichtigen Maßnahmen für eine unabhängige, bezahlbare und erneuerbare Wärmeversorgung. Nur mit einer zügigen und konsequenten Wärmewende kann Deutschland seine international verbindlichen Klimaziele erreichen und sich dauerhaft von teuren fossilen Lieferungen aus autokratischen Ländern lossagen.

Frage 1 + 1a + 1b + 1c Seite 2

1Worauf sind die in der Vorbemerkung der Fragesteller beschriebenen Trends am Heizungsmarkt nach Einschätzung der Bundesregierung zurückzuführen, im Besonderen

1ader Rückgang beim Verkauf fossiler Öl- und Gasheizungen,

1bder Anstieg des Absatzes von Wärmepumpen,

1cder Rückgang der in Summe verkauften Heizsysteme?

Antwort

Mit Blick auf den Heizungsmarkt verfügt die Bundesregierung über keine spezifischen Informationen, sondern kann nur auf die seitens der Marktakteure bereitgestellten Informationen verweisen. Auf Grundlage der BDH-Absatzstatistik ragt 2023 als Rekordjahr mit 1,3 Mio. verkauften Wärmeerzeugern heraus. Ein wichtiger Grund für diesen Anstieg ist die Energiekrise, die durch den russischen Angriffskrieg verursacht wurde. Zu beachten ist, dass die Absatzzahlen nicht gleichzusetzen sind mit der Zahl der an Endkunden verkauften Geräte. Möglich ist auch, dass Geräte von Händlern in Erwartung höherer Endkundennachfrage auf Vorrat gekauft wurden.

Vor Beginn der Corona-Pandemie (2015 bis 2019) liegen die durchschnittlichen Absätze bei knapp 720 000 jährlich verkauften Wärmeerzeugern. Es steht zu vermuten, dass der Absatzrückgang im Gesamtmarkt im Jahr 2024 und im ersten Halbjahr 2025 stark mit Vorzieheffekten aus 2023 verbunden ist. Eine Rolle für den Absatzrückgang mögen auch die ordnungsrechtlichen Rahmenbedingungen spielen, die sehr auf ein bestimmtes Zielszenario für den Wärmemarkt festgelegt sind. Das hat Lösungsräume eingeengt und zu Investitionsattentismus geführt.

Die Gründe für den Absatzanstieg von Wärmepumpen sind vielfältig. Viele Heizungshersteller setzen mittlerweile auf die Wärmepumpe als zukünftige Standardtechnologie für das dezentrale Heizen. Wärmepumpen und ihre Innovationen sind die weit überwiegend präsentierte Heiztechnologie auf Fachmessen wie etwa der Weltleitmesse für Wasser, Wärme, Luft, der ISH. Entsprechend investieren die Unternehmen in Produktionskapazitäten, Forschung und Kundenberatung. Ebenso nimmt das Handwerk eine wichtige Multiplikatorenfunktion ein. Zudem sind Bürgerinnen und Bürger, u. a. auch durch die Kommunikations- und Informationsmaßnahmen der Bundesregierung, aber auch seitens des Handwerks und der Hersteller, besser informiert über die Möglichkeiten der Wärmepumpentechnologie. Hinzuweisen ist ferner auf die attraktive Förderung von Wärmepumpen durch die Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG), welche Erwerb und Einbau einer Wärmepumpe mit bis zu 70 Prozent fördert.

Frage 2 Seite 3

Welchen politischen Handlungsbedarf sieht die Bundesregierung in Bezug auf die aktuellen Entwicklungen am Heizungsmarkt bei gleichzeitiger Einhaltung der verbindlichen Klimaziele?

Antwort

Die Bundesregierung setzt auf einen klugen und pragmatischen Instrumentenmix aus Fördern und Fordern, CO -Preis und neuen Instrumenten – z. B. ver-2 besserten steuerlichen Anreizen und Abbau von Hemmnissen bei Planung und Genehmigungen. Darüber hinaus ist es weiterhin Ziel, die Strompreise für Bürgerinnen und Bürger zu senken, wodurch insbesondere auch die Attraktivität von Wärmepumpen steigt.

Frage 3 Seite 3

Welche kumulative Emissionsminderungslücke ergibt sich nach Kenntnis der Bundesregierung bis 2030, 2040 und 2045 aus dem weiterhin stattfindenden Einbau neuer fossiler Öl- und Gasheizungen in Deutschland (bitte nach Zieljahr aufschlüsseln), und wie viele CO -Äquivalente spart

Antwort

2

Frage 3 (Forts.) Seite 3

der Einbau einer Wärmepumpe anstelle einer fossilen Heizung über die gesamte Laufzeit im Durchschnitt ein?

Antwort

Der Bundesregierung liegen keine Erkenntnisse darüber vor, welche konkreten einzelnen Techniken in welchen Gebäuden durch den Einbau neuer fossiler Öl- und Gasheizungen in Deutschland ersetzt und mit welcher Auslastung die jeweiligen Heizsysteme betrieben werden sollen.

Frage 4 Seite 3

Welche Bedeutung misst die Bundesregierung dem Umstieg auf Wärmepumpen bei, um Vorgaben zum Ausbau von erneuerbaren Energien im Wärmesektor und zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden aus der EU-Gebäudeenergierichtlinie (EPBD; Artikel 23 der Erneuerbare-Energien-Richtlinie [RED], zuletzt geändert durch Richtlinie (EU) 2023/2413 und Artikel 9 der Richtlinie (EU) 2024/1275) zu erfüllen?

Antwort

Nach den BMWE-Langfristszenarien ist die Wärmepumpe eine Schlüsseltechnologie, um Treibhausgasminderungen im Wärmesektor zu erreichen.

Frage 5 + 6 + 6a + 6b Seite 3

5Wie viele Beschäftigte arbeiten nach Kenntnis der Bundesregierung derzeit in Deutschland in der Heizungsindustrie an der Herstellung von Wärmepumpen, und wie haben sich diese Zahlen in den letzten zehn Jahren entwickelt (bitte nach Kalenderjahr aufschlüsseln)?

6Wie viele Beschäftigte sind nach Kenntnis der Bundesregierung insgesamt in Deutschland an Herstellung, Vertrieb, Planung, Einbau und Wartung von

6aGas- und Ölheizungen und

6bWärmepumpen beteiligt, und wie haben sich diese Zahlen in den letzten zehn Jahren entwickelt (bitte jeweils nach Kalenderjahr aufschlüsseln)?

Antwort

Die Fragen 5 und 6 werden gemeinsam beantwortet.

Der Bundesregierung liegen keine Zahlen der Beschäftigten entsprechend der angeforderten Aufschlüsselung nach Bereich und Kalenderjahr vor.

Eine Studie der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturförderung (GWS) im Auftrag des BMWE trifft Aussagen über die Bruttobeschäftigung im Bereich Wärmepumpe. Berücksichtigt ist die direkte und indirekte Beschäftigung. Danach liegt die Bruttobeschäftigung inklusive Herstellung, Installation, Export sowie Betrieb und Wartung in Deutschland im Jahr 2021 bei 35 400 Personen (https://papers.gws-os.com/gws-researchreport24-3.pdf). Nach der gleichen Methodik wurde die Bruttobeschäftigung durch Erneuerbare Energien (darunter auch Geothermie, Umweltwärme) von 2000 bis 2022 abgeschätzt, siehe unter www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Downloads/E/ee-bescha eftigte-2000-2022.pdf?__blob=publicationFile&v=6.

Tabelle auf Seite 4 · 23 Zeilen × 8 Spalten
Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien 2000 bis 2022
Angaben in Personen, Stand: November 2023
Windenergie an LandWindenergie auf SeeSolar­ energieWasser­ kraftGeothermie, UmweltwärmeBiomasseGesamt
200045 20008 80012 3002 10036 500104 900
200163 100011 5009 2002 70041 100127 600
200270 200011 3005 6002 80044 600134 500
200373 600014 3006 5003 00058 800156 200
200466 200035 4008 7003 80064 500178 600
200572 800044 30011 0005 50085 100218 700
200689 400044 60012 10011 700111 800269 600
200787 40040054 80014 20012 500112 700282 000
200888 1003 40088 50014 00017 200113 500324 700
200990 0008 500110 10014 70017 800116 500357 600
201086 6009 900151 60012 70016 300114 400391 500
201194 70012 300156 70012 10018 100121 800415 700
2012107 30019 100126 30010 80017 900116 300397 700
2013121 40022 70070 2008 90018 600117 000358 800
2014131 50020 70049 9008 70018 500113 200342 500
2015127 60025 00048 0008 30018 200112 000339 100
2016137 90029 80044 3007 90019 800111 000350 700
2017119 10027 10039 9006 30020 500105 600318 500
2018102 90027 60042 0005 90022 200115 900316 500
201995 20026 80048 9006 20023 500108 400309 000
2020106 90022 90057 4006 40029 700116 000339 300
2021103 10023 70061 3006 30034 900108 000337 300
2022*94 10030 10084 1006 50055 000117 900387 700

Quelle: DLR/GWS (2023) – *) vorläufige Daten

– Der Bundesverband Deutscher Heizungsunternehmen (BDH) gibt an, dass seine Mitgliedsunternehmen (Produktion von heiztechnischen Systemen und Komponenten) insgesamt 90 000 Beschäftigte haben.

– Laut Zentralverband Sanitär, Heizung, Klima (ZVSHK) waren im SHK-Handwerk im Jahr 2024 prognostiziert knapp 392 000 Personen beschäftigt.

– Bei der Deutschen Energie-Agentur (dena) sind derzeit insgesamt 17 909 Energie-Effizienz-Expertinnen bzw. -Experten registriert. Diese sind berechtigt, nach Bundesförderung Energieberatung für Wohngebäude geförderte Energieberatungen vorzunehmen, worunter auch die Beratung für eine Wärmepumpe gehört.

Frage 7 Seite 5

Welche konkreten Maßnahmen ergreift die Bundesregierung zur Fachkräftegewinnung und Fachkräftequalifizierung im Bereich der Installation und Wartung von Wärmepumpen, um dem steigenden Bedarf in Zukunft gerecht zu werden?

Antwort

Die Bundesregierung hat spezifische und übergreifende Maßnahmen zur Fachkräftesicherung und -qualifizierung im Bereich Installation und Wartung von Wärmepumpen getroffen. Mit der Bundesförderung Aufbauprogramm Wärmepumpe wird die Weiterbildung von Handwerkerinnen und Handwerkern, Planerinnen und Planern und Energieberaterinnen und -beratern für Planung, Installation und Einbau von Wärmepumpen gefördert. Darüber hinaus wurden überarbeitete Unterweisungspläne für die Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU) im Handwerk zur Ausbildung zur Anlagenmechanikerin bzw. zum Anlagenmechaniker SHK, zur Schornsteinfegerin bzw. zum Schornsteinfeger und zur Mechatronikerin bzw. zum Mechatroniker für Kältetechnik, die jeweils das Thema Wärmepumpe beinhalten, durch das BMWE zur Förderung anerkannt.

Im Übrigen ist im Koalitionsvertrag verankert, dass die branchen- und berufsübergreifende Fachkräftestrategie der Bundesregierung weiterentwickelt werden soll.

Frage 8 + 8a + 8b Seite 5

8Wie hoch sind nach Kenntnis der Bundesregierung die Investitionen, die Hersteller von Wärmepumpen seit 2022 in Produktionsstätten von Wärmepumpen an Standorten in

8aDeutschland und

8banderen EU-Mitgliedstaaten geleistet haben (bitte nach Art der Leistung – Maschinen, Personal, Werkshallen etc. – auflisten)?

Antwort

Die Investitionserhebung des Statistischen Bundesamtes lässt hierzu keine Aussage zu, da Wärmepumpen nicht als eigener Wirtschaftszweig erfasst werden.

Frage 9 Seite 5

Wie bewertet die Bundesregierung die Wettbewerbssituation von Heizungsherstellern mit Produktionsstätten für Wärmepumpen in Deutschland im Vergleich zu 2024, und welche industriepolitische Unterstützung benötigen diese Hersteller nach Einschätzung der Bundesregierung, um ihre Wettbewerbssituation zu halten oder zu verbessern?

Antwort

Neben den Vorzieheffekten aus dem Absatzrekordjahr 2023 ist insgesamt bei Gebäudeeigentümern eine Investitionszurückhaltung zu beobachten, die alle Heiztechnologien betrifft. Als Gründe werden unter anderem genannt: das Warten auf die Vorlage der Wärmepläne der Städte und Kommunen, die sehr komplexen Regelungen des aktuellen Gebäudeenergiegesetzes, gestiegene Zinsen, die im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit die Finanzierung durch Hausbesitzer erschweren. Bei Bestandsheizungen ist die Attraktivität von Wärmepumpen außerdem abhängig vom Verhältnis zwischen Strom- und Gaspreisen. Bei Neuinstallationen dämpft der verhaltene Wohnungsneubau die Wärmepumpennachfrage.

Entscheidend für ein wachstumsförderliches Umfeld für Heizungshersteller in Deutschland sind aus Sicht der Bundesregierung neben langfristig stabilen Rahmenbedingungen im Wärmemarkt die Entlastung der mittelständischen Unternehmen von Bürokratiekosten und Energiekosten, die steuerliche Entlastung, die Förderung der Innovationsfähigkeit von Unternehmen sowie die Verbesserung der Fachkräftesituation.

Frage 10 Seite 6

Welche Auswirkungen haben die internationalen Zollankündigungen der USA auf die Hersteller von Wärmepumpen in Deutschland, und inwiefern ist mit einem zunehmenden Wettbewerbsdruck durch Hersteller aus Asien zu rechnen, welche Produkte fortan in Europa, statt in den USA auf den Markt bringen?

Antwort

Die deutsche und die US-Wirtschaft sind eng verknüpft. Für deutsche Unternehmen sind gute und verlässliche Handelsbeziehungen mit den USA von besonderer Bedeutung. Die Bundesregierung beobachtet die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft laufend und umfassend. Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit durch Zollanpassungen infolge der politischen Grundsatzeinigung zwischen der EU und den USA vom 27. Juli 2025 lassen sich aktuell nicht verlässlich beziffern. Ein verstärkter Wettbewerbsdruck durch Hersteller, die auf den europäischen Markt als Absatzmarkt drängen, sowie verringerte Exporte europäischer Hersteller in die USA gehören zu den möglichen Konsequenzen. Allerdings sind die Exportmärkte deutscher Hersteller von Wärmepumpen sehr europäisch geprägt. Unter den Top-Ten-Auslandsmärkten befinden sich ausschließlich EU- oder EFTA-Länder.

Frage 11 + 13 Seite 6

11Wie interpretiert die Bundesregierung den aus dem Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD erwachsenen Auftrag zur „Abschaffung des Heizungsgesetzes“ und der Schaffung „eines neuen GEG“, welche konkreten Maßnahmen leiten sich hieraus ab, und welcher Zeitplan ist für die Umsetzung vorgesehen?

13Plant die Bundesregierung zur Umsetzung der Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag und zur Umsetzung der Vorgaben aus der EPBD, welche bis Ende Mai 2026 in deutsches Recht umgesetzt werden müssen, eine oder mehrere Novellen des Gebäudeenergiegesetzes, und zu wann ist die Novelle bzw. sind die Novellen geplant?

Antwort

Die Fragen 11 und 13 werden gemeinsam beantwortet.

Aufgrund der Festlegungen des Koalitionsvertrages und der Vorgaben der EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) ist das GEG in dieser Legislaturperiode zu novellieren. Die Novelle befindet sich in der Vorbereitung. Aufgrund der laufenden Prüfung können derzeit keine weiteren Auskünfte erteilt werden.

Frage 12 Seite 6

Sieht die Bundesregierung einen Zusammenhang zwischen den Ankündigungen zum GEG im Koalitionsvertrag und dem Rückgang der Installationszahlen neuer Heizungen, und wenn ja, welchen?

Antwort

Die Bundesregierung sieht keinen solchen Zusammenhang. Im Übrigen sind die aus Sicht der Bundesregierung maßgeblichen Gründe in der Antwort zu Frage 1 beschrieben.

Frage 14 Seite 6

In welcher Weise tragen die Vorgaben für neue Heizungen gemäß den §§ 71 ff. GEG nach Ansicht der Bundesregierung zur Umsetzung von Energieeinsparzielen im Gebäudebestand gemäß EPBD und zum Anstieg des Anteils erneuerbarer Energien an der Wärmeversorgung von Gebäuden gemäß RED bei?

Antwort

Die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien in Gebäuden leistet einen Beitrag sowohl zur Steigerung des Erneuerbaren-Anteils als auch zur Einsparung von Energie. Dies wird erzielt durch den Umstieg von fossiler auf erneuerbare Energieträger sowie die Nutzung effizienter, erneuerbarer Technologien. Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 11 verwiesen.

Frage 15 Seite 7

Teilt die Bundesregierung die Rechtsauffassung im Rechtsgutachten von Prof. Dr. Christian Calliess und Prof. Dr. Gregor Kirchhof vom März 2025 (https://klimaunion.de/klimaschutz-ist-verfassungsrecht-neue-gutac hten-zeigen-enge-grenzen-fuer-politik/), worin ein Rückschrittsverbot vertreten wird, wonach der Gesetzgeber einmal erreichte Schutzstandards des Klimaschutzes grundsätzlich nicht zurücknehmen darf, und wenn ja, welche nicht zurücknehmbaren Schutzstandards ergeben sich aus den §§ 71 ff. GEG, und wenn nein, warum nicht?

Antwort

Das Rechtsgutachten gibt die Meinung seiner Autoren wieder. Auswirkungen auf die anstehende Novelle des GEG ergeben sich daraus nicht.

Frage 16 Seite 7

Wird die Bundesregierung den Heizungstausch von fossil betriebener zu klimaneutraler Technologie weiter vorantreiben, und wenn ja, mit welchen konkreten Maßnahmen?

Antwort

Insbesondere die Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG) ist ein zentrales Instrument, um den Heizungstausch von fossil betriebener zu klimaneutraler Technologie voranzutreiben. Im Übrigen richten sich Maßnahmen für die Modernisierung der Wärmeversorgung an den Kriterien Bezahlbarkeit, Technologieoffenheit, Versorgungssicherheit und Klimaschutz aus.

Frage 17 + 18 Seite 7

17Wie stellt die Bundesregierung sicher, dass die im Haushaltsentwurf 2026 geplante Kürzung der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) nicht zu sozialen Härten für einkommensschwache Haushalte führt, und welche konkreten Maßnahmen sind zum sozialen Ausgleich geplant?

18Welche Veränderungen in den Absatzzahlen erwartet die Bundesregierung aufgrund der geplanten Mittelkürzungen für Gebäudeeffizienzförderung im Haushalt 2026 in den nächsten vier Jahren für Wärmepumpen?

Antwort

Die Fragen 17 und 18 werden gemeinsam beantwortet.

Der geringere Mittelansatz für die BEG im Haushaltsentwurf 2026 im Vergleich zum Haushaltsentwurf 2025 geht darauf zurück, dass im Jahr 2025 noch insbesondere die Ausfinanzierung außergewöhnlich hoher Förderzusagen aus dem Jahr 2022 zu berücksichtigen ist. Das betrifft Zusagen aus der Anfang 2022 eingestellten EH55- und EH40-Neubauförderung im Rahmen der BEG WG und NWG, Zusagen der im Sommer 2022 eingestellten Zuschussvarianten in eben diesen Förderrichtlinien sowie besonders hohe Zusagen in der Heizungsförderung im Zuge einer Anpassung der Fördersätze, mit denen umfangreiche Mittelbindungen einhergingen. Die auf diesen hohen Zusagen zurückgehenden Vorbindungen sind nunmehr weitgehend ausfinanziert, die Gesamtansätze für die BEG gehen entsprechend zurück.

Die Bundesregierung plant, wie auch im Koalitionsvertrag festgelegt, die Sanierungs- und Heizungsförderung fortzusetzen. Entsprechend erfolgte keine Kürzung, sondern eine bedarfsgerechte Mittelveranschlagung.

Frage 19 Seite 8

Wie bewertet die Bundesregierung den aktuellen Stand der Marktentwicklung von Großwärmepumpen in Deutschland hinsichtlich Verfügbarkeit, Produktionskapazitäten und Nachfrageentwicklung, insbesondere im Vergleich zu anderen EU-Mitgliedstaaten?

Antwort

Für den Temperaturbereich der Fernwärme steht mittlerweile eine Vielzahl an Technologien und Herstellern zur Verfügung. Das Spektrum der Hersteller reicht von etablierten Herstellern über Unternehmen aus der Klima- und Kältetechnik, die in den neuen Markt hineinwachsen, bis zu Start-ups.

Bis zu einer Heizleistung von 1 MW sind die Produkte bereits weitgehend standardisiert. Ab einer Heizleistung von 10 MW werden meist kundenspezifische Anlagen vertrieben. Im Bereich zwischen 1 und 10 MW besteht derzeit das größte Potenzial zur Weiterentwicklung und Standardisierung, da auch davon ausgegangen wird, dass hier zukünftig der größte Bedarf in Wärmenetzen besteht.

Nach Aussage der Hersteller ließen sich die Produktionskapazitäten bei entsprechender Nachfrage innerhalb weniger Jahre verdoppeln.

Frage 20 Seite 8

Sieht die Bundesregierung den Bedarf, Maßnahmen zur verstärkten Integration von Großwärmepumpen in die Kommunale Wärmeplanung zu ergreifen, und wenn ja, welche Maßnahmen, und wenn nein, warum nicht?

Antwort

Nein. Die Bestimmungen des Wärmeplanungsgesetzes sind bereits zielführend.

Frage 21 Seite 8

Inwiefern wird die Bundesregierung Stadtwerke beim Ausbau von Großwärmepumpen unterstützen und Großwärmepumpen spezifisch fördern (beispielsweise durch eine spezifische Erhöhung der Bundesförderung effiziente Wärmenetze – BEW)?

Antwort

Die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) ist das zentrale Förderinstrument für den Neu-, Aus- und Umbau von Wärmenetzen mit erneuerbaren Energien und Abwärme. Großwärmepumpen werden über die Module 2 und 3 gefördert und erhalten außerdem eine Betriebskostenförderung. Die Förderung wurde in den Haushaltsentwürfen der Bundesregierung für 2025 und 2026 aufgestockt auf 1,02 Mrd. Euro im Jahr 2025 und 1,40 Mrd. Euro im Jahr 2026. Eine darüber hinaus gehende spezifische Förderung für Großwärmepumpen in der Fernwärme ist nicht vorgesehen.

Im Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Beschleunigung von Genehmigungen von Geothermieanlagen, Wärmepumpen und Wärmespeichern (GeoBG, vom Bundeskabinett am 6. August 2025 beschlossen) werden auch Großwärmepumpen in das überragende öffentliche Interesse gestellt. Dadurch werden weitere Erleichterungen für die Genehmigung ermöglicht.

Frage 22 Seite 8

Hat die Bundesregierung konkrete Pläne zur Eigenkapitalstärkung von Stadtwerken, und wenn ja, welche, und wenn nein, warum nicht?

Antwort

Die Bundesregierung prüft aktuell, wie die im Koalitionsvertrag genannte Idee eines Deutschlandfonds umgesetzt und auch für Energieinfrastrukturinvestitionen nutzbar gemacht werden kann.