Vorbemerkung der Fragesteller
Vorbemerkung der Fragesteller
Die Bundesregierung fördert unter intensivem Mitteleinsatz den Ausbau von Wasserstofftechnologien im Ausland, u. a. in Afrika und Kanada. In Namibia unterstützt Deutschland über die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH den Aufbau einer grünen Wasserstoffindustrie („GH2 Namibia Programm“, 2024 bis 2027) (vgl. www.giz.de/de/projekte/gh 2-namibia-programm-unterstuetzung-des-aufbaus-der-gruenen-wasserstoffind ustrie-namibia). Mit Kanada besteht seit 2022 eine deutsch-kanadische Wasserstoffallianz; In den Jahren 2024 und 2025 richteten beide Regierungen ein gemeinsames Finanzierungsfenster für Export- bzw. Importprojekte ein (vgl. www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/202 4/03/20240319-kanada-deutschland-wasserstoffexportprojekte.html).
Zugleich stehen energieintensive Unternehmen in Deutschland – beispielhaft Aurubis (Hamburg) – vor der Frage, in welchem Umfang insbesondere grüner Wasserstoff wirtschaftlich eingesetzt werden kann. Aurubis investiert zwar in H2-fähige Anodenöfen („H2-Ready“), betont aber selbst, dass derzeit nicht genügend grüner Wasserstoff zu international wettbewerbsfähigen Preisen verfügbar ist (vgl. www.gifa.com/en/Media_News/News/Aurubis_becomes_H2-Ready_%E2 Prozent80 Prozent93_Investment_in_hydrogen-capable_anode_f urnaces). In der öffentlichen Debatte zum Hamburger „Klima-/Zukunftsentscheid“ warnte Prof. Dr. Fritz Vahrenholt (Aufsichtsratsvorsitzender Aurubis) in Interviews vor gravierenden Wettbewerbs- und Beschäftigungsrisiken für die Industrie; u. a. sprach er von einem drohenden „Ende der Industrie“ und einer Gefährdung hiesiger Arbeitsplätze (vgl. https://apollo-news.net/klima-en tscheid-in-hamburg-das-ist-das-ende-fuer-die-industrie-prof-fritz-vahrenholt-i m-interview).
Welches Gesamtvolumen (Zusage und Mittelabfluss) hat die Bundesregierung in den letzten fünf Jahren (bis einschließlich heute) für Auslandsprojekte zur Förderung der Wasserstoff- bzw. PtX-Technologie bereitgestellt (bitte nach Jahr, Land, Projektname, Empfänger, also Unternehmen bzw. Institute, Förderinstrument, wie z. B. H2Global, „Internationale Wasserstoffprojekte – Modul 1“, EZ-Instrumente sowie Förderbetrag pro Projekt aufschlüsseln; bitte insbesondere auch sämtliche Namibia-Projekte mit Projektbezeichnung, Laufzeit, Trägern, wie z. B. GIZ- bzw. BMFTR (Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt)-Programme, deutscher Beteiligung, Fördersumme und Zielindikatoren aufführen; bitte insbesondere auch sämtliche Kanada-Maßnahmen – Allianz, Finanzierungsfenster, Ausschreibungen, Budget, Design nach H2Global, beihilferechtliche Absicherung mit Zeitplan und Beträgen darstellen)?
Auf die Antwort der Bundesregierung auf die Schriftliche Frage 56 des Abgeordneten Leif-Erik Holm auf Bundestagsdrucksache 21/2979 wird verwiesen.
Die Bundesregierung hat seit 2021 Förderzusagen für Auslandsprojekte mit Wasserstoff-/PtX-Technologien über insgesamt 974.949.645,43 Euro getroffen; dabei wurden 486.029.203,72 Euro bereits ausgezahlt (Betrag exklusive h2diplo).
Einzelheiten sind den als Anhang beigefügten Tabellen 1 bis 4* zu entnehmen.
Ergänzend sei angemerkt:
– Aufgrund der Spezifika der Förderinstrumente der verschiedenen Ressorts können die Metadaten der Tabellen vereinzelt unterschiedlich sein (siehe jeweils dort).
– Bei H2Global existiert zudem das Konzept der bilateralen Fenster, bei denen der Partnerstaat (z. B. Kanada) 50 Prozent der Differenzkosten zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis übernimmt. Im Rahmen dieses Konzepts ist bisher weder eine Bezuschlagung eines ausländischen Produktionsprojekts noch ein Mittelabfluss erfolgt.
– Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit (EZ) verfolgt drei Ziele im Bereich grüner Wasserstoff/PtX:
• (i) Neben der Unterstützung des generellen Markthochlaufs für grünen Wasserstoff/PtX den Aufbau einer diversifizierten Versorgung mit grünem Wasserstoff/PtX für Deutschland;
• (ii) mehr lokale Wertschöpfung und klimaneutrale Industrialisierung in Partnerländern durch die lokale Produktion höherwertiger Güter sowie
• (iii) Substitution von teuren Importen in Partnerländern, beispielsweise durch heimische Düngerproduktion.
– Neben den erwähnten – und im Anhang in den Tabellen 1 bis 3* aufgelisteten – Projekten zur (physischen) Produktions- und Technologieförderung existieren noch strategische Vorhaben, bei denen die Erarbeitung von Konzepten, Machbarkeitsstudien und Beratung sowie die Betreuung von diplomatischen Beziehungen im Vordergrund stehen. So hat beispielsweise im Rahmen des Projektes „H2-diplo – Global Hydrogen Diplomacy“ das Auswärtige Amt zwischen 2021 und 2023 8,384 Mio. Euro an Bundesmitteln bereitgestellt – siehe im Anhang Tabelle 4.* Das Projekt wurde zwischen 2024 und 2026 unter dem Titel „H2-diplo – Decarbonization Diplomacy“ fortgeführt. Gesamtauftragswert dieser zweiten Phase: 15 Mio. Euro; bisher 10,741 Mio. Euro abgerufen. Das Projekt läuft bis September 2026 und berät Partnerländer dazu, grünen Wasserstoff für die Dekarbonisierung und Diversifizierung ihrer Volkswirtschaften zu nutzen. Durch Beratungsleistungen und Dialogformate, die von Wasserstoff-Diplomatie-Büros in Angola, Kasachstan, Kenia, Kolumbien, Nigeria, Saudi-Arabien und der Ukraine durchgeführt werden, wird der Aufbau von klimaneutralen Wertschöpfungsketten unterstützt. Zudem widmet sich H2-diplo geopolitischen Fragestellungen des internationalen Markthochlaufs von grünem H2 auf dem Weg zu einer klimaneutralen Weltwirtschaft.
– Bei der Entwicklung und Ausgestaltung der Projekte wird die Vereinbarkeit mit dem europäische Beihilferecht geprüft. Ohne vorherige Prüfung der beihilferechtlichen Kompatibilität findet keine Ausführung statt.
– Der derzeitige maximale Rahmen für die Förderung von Wasserstoffprojekten im Ausland kann in den Verpflichtungsermächtigungen des Bundeshaushaltsplans eingesehen werden (dort insbesondere Titel 6092 896 01).
Wie genau unter Einbezug aller wirtschaftlichen Faktoren stellt sich die Bundesregierung die Angebotsseite des aktuell nichtexistierenden Marktes in Zukunft vor, und welche strategischen Überlegungen gibt es hierzu bei der geplanten sukzessiven Umstellung auf grünen Wasserstoff, auch in Hinblick auf die Absage zur Umstellung auf grünen Wasserstoff seitens der Industrie (vgl. www.tagesschau.de/wirtschaft/energie/gruener-w asserstoff-106.html)?
Der in Bezug genommene Tagesschau-Artikel beschreibt keine „Absage zur Umstellung auf grünen Wasserstoff seitens der Industrie“, sondern existierende Unsicherheiten aufgrund des verzögerten Markthochlaufs und damit einhergehend den Aufschub bzw. die Absage einzelner Projekte.
Damit Wasserstoff eine Rolle als Erfüllungsoption für die Dekarbonisierung und Erreichung der Klimaziele einnehmen kann, ist das Gelingen des Wasserstoffmarkthochlaufs entscheidend. Dazu sind Investitionen in den Aufbau einer leistungsfähigen und bedarfsorientierten Infrastruktur, wie Pipelines und Speicher sowie in die Erzeugung von grünem und übergangsweise auch kohlenstoffarmem Wasserstoff nötig.
Was die Angebotsseite betrifft, wird der künftige Wasserstoffbedarf sowohl durch heimische Erzeugung als auch durch Importe gedeckt werden. Aktuell sind heimische Elektrolysekapazitäten in Höhe von 1,7 Gigawatt in Betrieb oder im Bau. Ferner gibt es konkrete Importprojekte sowohl via Pipeline beispielsweise aus Dänemark als auch außereuropäisch über Schiffstransporte. Das derzeit im Gesetzgebungsverfahren befindliche Wasserstoffbeschleunigungsgesetz wird sowohl den Aufbau von Erzeugungskapazitäten als auch Importinfrastrukturen vereinfachen und beschleunigen. Skaleneffekte, regulatorische Erleichterungen sowie der Einsatz von kohlenstoffarmem Wasserstoff sollen ferner für eine Vergünstigung des Wasserstoffangebots sorgen.
Hat die Bundesregierung vom Umweltbericht von Aurubis (www.aurubi s.com/dam/jcr:68a024a9-2b6f-4d3a-9439-5d55e4158673/20250519_Um weltbericht_2025_DE_interaktiv.pdf) Kenntnis erlangt, wonach derzeit „nicht genug grüner Wasserstoff zu international wettbewerbsfähigen Preisen“ verfügbar sei, und welche Schlussfolgerungen hat die Bundesregierung hieraus ggf. für Timing und Skalierung der Auslandsförderung gezogen?
Der Bericht wurde zur Kenntnis genommen. Der Wasserstoffmarkthochlauf befindet sich in einer insgesamt noch frühen Phase und es bedarf weiterer technologischer Skalierung, um die gewünschten Lernkurveneffekte zu realisieren, die eine Vorbedingung für sinkende Preise sind. Die Bedingungen für die Erzeugung von grünem Wasserstoff sind in vielen Ländern außerhalb Deutschlands vorteilhafter, was per se eine Diversifizierung möglich machen wird. Deutschland wird zukünftig – wie auch heute – Energieimporteur bleiben. Die Förderung von Wasserstoffprojekten im Ausland sichert die effiziente Energieversorgung Deutschlands und reizt wettbewerbsfähige Preise an.
Der Großteil der Nachfrage in Deutschland wird nach dem Jahr 2030 erwartet, insofern konzentriert sich die Förderung auf diesen Zeitraum. Dies lässt den Produzenten genügend Zeit entsprechende Produktionsanlagen aufzubauen. Hinsichtlich der Skalierung werden zukünftige Marktentwicklungen, insbesondere auf Nachfrageseite, berücksichtigt.
Welche Sektor- bzw. Technologiestudien liegen der Bundesregierung zur „vollständigen“ versus „teilweisen“ H -Umstellung in Grundstoffbran-
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chen (insbesondere Metalle, Stahl, Chemie) ggf. vor (unter anderem zu Kosten, Capital Expenditures (CapEx) bzw. Operating Expenses (OpEx), Preis- und Importrisiken)?
Die Umstellung energetischer Prozesse in Grundstoffbranchen wie Stahlerzeugung, Metallverarbeitung oder Chemie werden in verschiedenen Studien analysiert. Die Studie „Langfristszenarien für die Transformation des Energiesystems in Deutschland“ adressiert in den entsprechenden Analysen zum Industriesektor die Fragen zur Industriedekarbonisierung allgemein und betrachtet auch verschiedene Fragen zu alternativen Produktionspfaden und deren Kosten, beispielsweisefür die Transformation der Chemieindustrie.
Im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit wurden weitere Studien zur Umstellung in den verschiedenen Branchen in ausländischen Partnerländern erstellt.
Welche Gespräche und Arbeitsformate führte die Bundesregierung seit 2023 mit energieintensiven Unternehmen (u. a. Aurubis) zu Kosten- und Beschäftigungseffekten einer H -Umstellung (bitte Termine, Teilneh-
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mende, Kernergebnisse darlegen), und mit welchem Ergebnis?
Die Bundesregierung steht im ständigen Austausch mit Industrievertretern, auch aus energieintensiven Unternehmen. Herausforderungen von Transformationsprozessen wie Kosten- und Beschäftigungseffekte können dabei Themen sein. Zudem können Geschäftsgeheimnisse Gegenstand der Unterhaltungen sein.
Hat die Bundesregierung Kenntnis von den öffentlichen Warnungen von Industrievertretern (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller) im Lichte der eigenen Förderstrategie, und wie reagiert sie ggf. darauf?
Die Bundesregierung steht im ständigen Austausch mit Industrievertretern, um geeignete Maßnahmen für das Gelingen der Industrietransformation und den Aufbau der Wasserstoffstoffwirtschaft zu identifizieren und umzusetzen. Beispielsweise wurden für die Ausgestaltung von H2Global mehrere öffentliche Konsultationen mit Industrievertretern durchgeführt.
Grundsätzlich wurde eine breite Zustimmung zum Engagement der Bundesregierung bezüglich ihrer Wasserstoffförderung im Ausland signalisiert. In der jüngeren Vergangenheit manifestierte sich dies beispielsweise in der großen Beteiligung deutscher Unternehmen am zweiten Förderaufruf der Förderrichtlinie für internationale Wasserstoffprojekte im September 2025. Der sich im Aufbau befindliche Wasserstoffmarkt stellt für viele deutsche Unternehmen attraktive Absatzchancen dar und wird als außenwirtschaftlich relevant anerkannt. Bisher profitieren von den im Rahmen der Förderrichtlinie geförderten Projekten überdurchschnittlich deutsche kleine und mittlere Unternehmen. Die Wasserstoffförderung ist folglich auch ein wichtiges außenwirtschaftliches Instrument der Bundesregierung mit großer industriepolitischer Relevanz.
Welche Netto-Beschäftigungseffekte erwartet die Bundesregierung durch Auslands-H -Förderung für inländische Wertschöpfungsketten (Enginee-
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ring, Anlagenbau, Betrieb, Importlogistik)?
Insgesamt ergeben sich Investitionssummen der bereits geförderten Projekte, welche deutlich über den staatliche Förderbeiträgen liegen. Der Anteil der deutschen Wertschöpfung durch im Rahmen der Förderrichtlinie für internationale Wasserstoffprojekte geförderte Projekte beläuft sich dabei auf 36 Mio. Euro. Bei dem in H2Global geförderten Projekt Fertiglobe ist der Anteil der deutschen Technik noch nicht bekannt. Auch in nicht deutschen Technologien zur Erzeugung grünen Wasserstoffs ist oftmals auch deutsche Wertschöpfung in Form von Vorleistungen vorhanden. Zudem sind Förderprojekte mit Beteiligung deutscher Firmen im Ausland ein wichtiger Impuls, der weitere Aufträge an die deutsche Industrie ermöglichen kann. Der Bundesregierung liegen keine detaillierten Kenntnisse zu Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte in Deutschland durch die Förderung von Wasserstofferzeugung im Ausland vor.
Welche Maßnahmen sind ggf. vorgesehen, um Standortnachteile für deutsche Produzenten zu vermeiden (z. B. Carbon-Leakage-Schutz, Transformationsstrompreis, Differenzverträge, Importpreis-Absicherung für H -Derivate)?
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Die deutsche Wirtschaft ist exportorientiert und deutsche Unternehmen müssen deswegen häufig im internationalen Wettbewerb bestehen. Es ist für die Bundesregierung von großem Interesse deutsche Unternehmen dabei bestmöglich zu unterstützen. Hierfür kommen zahlreiche Instrumente zum Einsatz, bspw.: CO -Differenzverträge (Klimaschutzverträge), die die Mehrkosten von CO -ar-2 2 men Produktionsverfahren über einen Zeitraum von 15 Jahren ausgleichen und gegen Energiepreisschwankungen absichern; der Import von H2(-Derivaten) aus dem außereuropäischen Ausland mit H2Global; auch die Europäische Wasserstoffbank soll genutzt werden.
Welchen quantifizierten Nutzen erwartet die Bundesregierung von den Auslandsprojekten (erwartete Importmengen nach DE, Euro/kg-Zielkorridore, CO -Minderung, Versorgungssicherheit), und bis wann?
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Die Bundesregierung erwartet bis 2033 für die bereits vergebene Förderung für das Projekt Fertiglobe im Rahmen von H2Global eine Liefermenge von 240.000 Tonnen grünen Ammoniak. Der Importpreis beträgt dabei 1.000 Euro je Tonne Ammoniak. Der Förderbetrag des Bundes pro Tonne Ammoniak ergibt sich später aus der Differenz zwischen Importpreis und Verkaufspreis in Deutschland. Dabei können pro Jahr 53,4 Tonnen CO eingespart werden. In 2 der gerade geschlossenen Ausschreibung in H2Global wurden Regionallose für verschiedene geographische Kontinente zum Import von Wasserstoffprodukten eingerichtet, dies soll die Versorgungssicherheit erhöhen.
Durch die Förderrichtlinie für internationale Wasserstoffprojekte wurden bereits zwei Projekte erfolgreich abgeschlossen, die den direkten Import von grünen Wasserstoffprodukten fokussieren. Ein Import nach Deutschland findet im Projekt Oshivela statt, aktuell in Höhe von 10.000 bis 15.000 Tonnen grünes Eisen pro Jahr. Da die Anlage in Namibia zurzeit ohne Fördergelder ausgeweitet wird, sind hier steigende Mengen zu erwarten. Die Erzeugung von e-fuels in Chile (Haru Oni) erfolgt in einer Pilotanlage. Die für eine Pilotanlage beachtliche Menge von rund 100.000 Litern pro Jahr wird vorzugsweise an einen deutschen Automobilhersteller geliefert. Ein weiteres Förderprojekt in Saudi-Arabien zur Entwicklung eines Ammoniaktanks ist in die zukünftige Lieferung von Ammoniak eingebunden. Da eines der Ziele der Förderrichtlinie für internationale Wasserstoffprojekte die Entwicklung von Importrouten nach Deutschland darstellt, werden perspektivisch alle Förderprojekte, ggf. nach weiteren Ausbaustufen, deutschen Bedarfen nach Wasserstoffprodukten zugutekommen. Die CO -Minderung durch die Förderrichtlinie für internationale Wasserstoffpro-2 jekte beläuft sich auf 30.000 Tonnen pro Jahr und summiert sich bei Annahme realistischer Betriebsdauern für die geförderten Anlagen auf 736.000 Tonnen.
Für den Bereich der anwendungsorientierten Grundlagenbereich ist zu den angefragten Indikatoren keine Wirkungsquantifizierung möglich. Das Projekt des Auswärtiges Amts „H2-diplo – Decarbonization Diplomacy“ ist strategischer Natur (auf die Antwort zu Frage 1 wird verwiesen).
PDF-Seiten 9–119 (111 Seiten) · im Originalformat beigefügt, nicht in Tabellen übernommen
Welche Key Performance Indicators (KPIs) und Veröffentlichungsformate nutzt die Bundesregierung zur fortlaufenden Projektliste (Name, Land, Empfänger, Betrag, Zielindikatoren) ihrer Auslands-H -Förderung?
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Zur Evaluation der geförderten Wasserstoffprojekte werden verschiedene Erfolgsindikatoren herangezogen: u. a. installierte Elektrolyseleistung, Förderung pro Megawatt Elektrolyseleistung, CO -Minderung pro Jahr, Förderung pro 2 eingesparter Tonne CO , Zahl der Länder, in denen geförderte Anlagen errich-2 tet werden, Art der geförderten Technologien und importierte Mengen der Wasserstoffprodukte.
Zu den Veröffentlichungsformaten wird auf die Antwort zu Frage 11 verwiesen.
In welchen Regierungs- und Haushaltsberichten werden diese Daten jährlich vorgelegt, und wo sind diese einsehbar?
Diese Daten werden zum einen in den Evaluationsberichten der Förderprogramme veröffentlicht. Teilweise werden Forschungsaufträge zur Durchführung von unabhängigen wissenschaftlichen Evaluationen beauftragt.
Über die im Rahmen der Energieforschungsprogramme geförderten Vorhaben wird im Förderkatalog des Bundes, dem Internet-Portal „Enargus“ sowie im jährlich erscheinenden Bundesbericht Energieforschung berichtet.
Die Bundesregierung erfüllt außerdem ihre Berichtspflichten gemäß § 8 KTFG und veröffentlicht Daten in dem jährlich herausgegebenen KTF-Bericht.
Zudem gibt die Bundesregierung alle zwei Jahre ihren Subventionsbericht heraus. Der Subventionsbericht bildet eine Grundlage für die Fortsetzung der ziel- und wirkungsorientierten Überprüfung der Subventionen.
Darüber hinaus erfasst die KfW-Entwicklungsbank ihre geförderten Vorhaben nach Vertragsschluss über ihr Transparenzportal sowie – für den PtX-Fonds auf der eigenen Programmhomepage. Die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) führt eine virtuelle Bibliothek der Deutschen Zusammenarbeit (BIVICA) mit Lateinamerika.
Über das Projekt des Auswärtigen Amts „H2-diplo – Decarbonization Diplomacy“ wird auf der Website der Internationalen Klimaschutzinitiative sowie auf der Website von H2-diplo berichtet.
Welche Menge an grünem Wasserstoff muss nach Ansicht der Bundesregierung jährlich produziert werden, um die geplante Umstellung zu realisieren, wie viele Produktionsanlagen sind dafür notwendig, und welche strategischen Überlegungen hat die Bundesregierung dazu ausgearbeitet in Bezug auf Standorte der Produktionsanlagen (sowohl hinsichtlich der hiesigen Standorte als auch der im Ausland geförderten Standorte)?
Die Bundesregierung verfolgt grundsätzlich einen marktgetriebenen Wasserstoffhochlauf für den Rahmenbedingungen geschaffen werden. Eine staatlich geplante Umstellung von Produktionsprozessen ist nicht vorgesehen. Die Frage nach konkreten Produktionsmengen hängt von zahlreichen Faktoren ab, ist aber vor allem eine Entscheidung einzelner Marktakteure.
Die Bedarfsprojektionen für die Nutzung von Wasserstoff in verschiedenen Sektoren basieren auf zahlreichen Annahmen und sind eine dynamische Betrachtung. Bisherige Wasserstoffmengenprojektionen sind beispielsweiseden Veröffentlichungen der „Langfristszenarien“ oder der „Systementwicklungsstrategie“ für verschiedene Jahre zu entnehmen.
Bei der Auswahl der im Ausland geförderten Standorte werden sowohl wirtschaftliche als auch politische Kriterien angewendet. Gefördert wird daher in Staaten, welche preislich günstige Standortvoraussetzungen haben, potentielle Absatzmärkte für deutsche Unternehmen bieten und/oder mit denen ein außenpolitisches Interesse an einer näheren Anbindung an die Bundesrepublik Deutschland besteht. Die Auslandsförderung des Bundes kann nicht die gesamte benötigte Wasserstoffmenge garantieren. Es geht auch darum Wertschöpfungsketten aufzubauen und erste Preissignale zur Besserung der Investitionsbedingungen zu generieren.
Hat die Bundesregierung Kenntnis vom energiepolitischen Kurswechsel der aktuellen Präsidentin Namibias, Dr. Netumbo Nandi-Ndaitwah (Amtsantritt März 2025), welche im Vergleich zu ihrem Vorgänger Hage Geingob, welcher den Fokus noch massiv auf grünen Wasserstoff legte, deutlich stärker auf die wirtschaftliche Nutzung von Öl und Gas setzen will, und welche Schlussforderungen hat die Bundesregierung für die zukünftige Förderung der Wasserstofftechnik in Namibia daraus gezogen (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
Die Republik Namibia setzt unter Staatspräsidentin Nandi-Ndaitwah auf die wirtschaftliche Erschließung verschiedener Energiequellen, wozu neben Sonne und Wind auch der BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Wasserstoff sowie Öl und Gas und (perspektivisch) Nuklearenergie gehören. Die Eröffnung der Wasserstoff-Pilotanlagen in Oshivela und bei Walvis Bay im Jahr 2025 wurden hochrangig wahrgenommen (von der Staatspräsidentin bzw. Premierminister Namibias). Bei der UN-Generalversammlung und der COP in Belem hat die Staatspräsidentin die Bedeutung erneuerbarer Energien und des grünen Wasserstoffs für Namibia betont. Auch im 2025 verabschiedeten National Development Plan 6 bekennt sich die namibische Regierung klar zum Wasserstoff als Wachstumssektor, der zur Wertschöpfung im Land und Schaffung von Arbeitsplätzen – den wichtigsten wirtschaftspolitischen Zielen der namibischen Regierung – beitragen soll.