Vorbemerkung der Fragesteller
Vorbemerkung der Fragesteller
Die Entwicklung der Geburtenzahlen und der Geburtenziffer ist von zentraler Bedeutung für die demografische Entwicklung Deutschlands und besitzt erhebliche Auswirkungen auf die langfristige Planung in den Bereichen Gesundheitswesen, Familienpolitik, Bildung, Sozialsysteme und Arbeitsmarkt. Ebenso kommt der Erfassung von Fehl- und Totgeburten sowie der Auswertung von Daten zur Schwangerschaftsfeststellung und Schwangerschaftsüberwachung eine wichtige Rolle für die gesundheitspolitische Bewertung und die wissenschaftliche Analyse möglicher Entwicklungen zu.
Die Bundesregierung hat in der Vergangenheit bereits Daten zu Geburten (Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage auf Bundestagsdrucksache 21/1845) sowie zu Fehl- und Totgeburten (Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage auf Bundestagsdrucksache 19/21615) bereitgestellt. Vor dem Hintergrund neuer statistischer Veröffentlichungen, fortschreitender demografischer Veränderungen und des Bedarfs an einer aktualisierten und differenzierten Datengrundlage erscheint den Fragestellern eine erneute Abfrage der entsprechenden Kennzahlen geboten.
Von besonderem Interesse sind für sie dabei die Entwicklung der Geburtenzahlen und der zusammengefassten Geburtenziffern nach Staatsangehörigkeit der Mütter sowie die Verfügbarkeit und Qualität der Daten zu Fehl- und Totgeburten. Ziel der Kleinen Anfrage ist es, die aktuelle Datenlage für den Zeitraum von 2016 bis 2025 umfassend zu erfassen und bestehende Erkenntnislücken zu identifizieren.
Wie haben sich die Zahlen der Geburten, Lebendgeburten und Totgeburten in Deutschland in den Jahren 2016 bis 2025 entwickelt (bitte jeweils für Gesamtdeutschland angeben und nach Bundesländern, Jahren, Gesamtzahl Geburten, Lebend- bzw. Totgeburten aufschlüsseln sowie diese jeweils nach deutscher oder ausländischer Staatsangehörigkeit der Mutter und durchschnittlichem Alter der Mütter unterteilen)?
(Anlage 1)* zu entnehmen und öffentlich auf den Seiten des Statistischen Bundesamts einsehbar.
PDF-Seiten 4–24 (21 Seiten) · im Originalformat beigefügt, nicht in Tabellen übernommen
Wie hat sich die Zahl der Fehlgeburten in Deutschland in den Jahren 2016 bis 2025 entwickelt (bitte jeweils für Gesamtdeutschland angeben und nach Bundesländern, Jahren und den ICD‑Codes ICD10 000‑008 (Schwangerschaft mit abortivem Ausgang), ICD10 P07.- (Störungen im Zusammenhang mit kurzer Schwangerschaftsdauer und niedrigem Geburtsgewicht), O03.- (Spontanabort), O05.- (sonstiger Abort) und O06.-(nicht näher bezeichneter Abort) aufschlüsseln; bitte entsprechend den Codes tabellarisch nach Jahren ambulant (KVBB (Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg)-Daten) und stationär (Daten der Krankenhausgesellschaft) aufschlüsseln)?
Die vollständige Anzahl der Fehlgeburten in Deutschland ist der Bundesregierung nicht bekannt. Die Gründe sind in der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Faktion der FDP – Drucksache 19/21615 – „Unterstützung für von Fehl- und Totgeburten Betroffene“ (Bundestagsdrucksache 19/21192) vom 13. August 2020, ausgeführt.
Im Rahmen der Krankenhausdiagnosestatistik liegen die Hauptdiagnosen von vollstationär im Krankenhaus behandelten Patientinnen und Patienten vor, beigefügt ist eine Auswertung für die Hauptdiagnosen O00 bis O08 und P07 für die Jahre 2016 bis 2024, gegliedert nach Ländern (Anlage 2)*. Die Daten für das Berichtsjahr 2025 liegen noch nicht vor.
Bei den Werten handelt es sich jeweils um die Zahl der Behandlungsfälle. Mehrfachzählungen einer Person sind möglich, falls die Patientin im Berichtsjahr aufgrund der gleichen Diagnose mehrfach stationär behandelt werden musste. KVBB-Daten liegen der Bundesregierung nicht vor.
Wie hat sich die Zahl der Schwangerschaftsfeststellungen bzw. Schwangerschaftsüberwachungen in Deutschland in den Jahren 2016 bis 2025 entwickelt (bitte entsprechend den ICD-Codes Z32.-, Z33.-, Z34.- und Z35.- für Gesamtdeutschland angeben und nach Bundesländern, Jahren sowie nach ambulant und stationär aufschlüsseln)?
Die vollständige Anzahl der Schwangerschaftsfeststellungen bzw. -überwachungen in Deutschland ist der Bundesregierung nicht bekannt. Die Diagnose Z33 „Schwangerschaftsfeststellung als Nebenbefund“ ist eine Begleitdiagnose und steht ausschließlich in der DRG-Statistik (Krankenhäuser gemäß § 1 Gesetz über die Entgelte für voll- und teilstationäre Krankenhausleistungen (KHEntgG)) zur Verfügung. Diese Begleitdiagnose (Z33) sowie die Diagnosen Z32, Z34 und Z35 wurden aus der DRG-Statistik ausgewertet (Anlage 3)*. Die Daten beziehen sich auf alle vollstationär behandelten Patientinnen in den Krankenhäusern, die nach dem DRG-Vergütungssystem abrechnen und dem Anwendungsbereich gemäß § 1 KHEntgG unterliegen. Bei den Werten handelt es sich jeweils um die Zahl der Behandlungsfälle. Mehrfachzählungen einer Person sind möglich, falls die Patientin im Berichtsjahr aufgrund der gleichen Diagnose mehrfach stationär behandelt werden musste. Ambulante Daten stehen der Bundesregierung nicht zur Verfügung.
PDF-Seiten 25–26 (2 Seiten) · im Originalformat beigefügt, nicht in Tabellen übernommen
Wenn die in den Fragen 1 bis 3 erfragten Daten nicht vorliegen, warum nicht, und wann sollen sie gegebenenfalls vorliegen?
5Wie viele Geburten gab es in den Jahren 2016 bis 2025 in Deutschland und in den einzelnen Bundesländern
5ainsgesamt,
5bmit deutscher Staatsangehörigkeit,
5cmit ausländischer Staatsangehörigkeit (bitte nach Gesamtzahl ausländischer Staatsbürger, EU-Bürger bzw. Europäischer Wirtschaftsraum (EWR) bzw. Schweiz, Drittstaatler [nicht EU, nicht EWR oder Schweiz] sowie mehrheitlich muslimischen und/oder afrikanischen Ländern aufschlüsseln)?
Daten zu den Lebendgeborenen für Deutschland und die Länder sind Anlage 1* zu entnehmen. Eine tiefergehende Untergliederung liegt der Bundesregierung nicht vor.
Wie hoch war die zusammengefasste Geburtenziffer in den Jahren 2016 bis 2025 bis in Deutschland und in den einzelnen Bundesländern?
Daten zur zusammengefassten Geburtenziffer für Deutschland und die Länder sind dem Tabellenblatt „TFR_BL“ (Anlage 1)* zu entnehmen.
7Wie hoch war die zusammengefasste Geburtenziffer in den Jahren 2016 bis 2025 in Deutschland und in den einzelnen Bundesländern unter Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit?
8Wie hoch war die zusammengefasste Geburtenziffer in den Jahren 2016 bis 2025 in Deutschland und in den einzelnen Bundesländern unter Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit?
9Wie hoch war die zusammengefasste Geburtenziffer in den Jahren 2016 bis 2025 in Deutschland und in den einzelnen Bundesländern unter EU-Ausländern bzw. Ausländern aus dem EWR bzw. der Schweiz?
10Wie hoch war die zusammengefasste Geburtenziffer in den Jahren 2016 bis 2025 in Deutschland und in den einzelnen Bundesländern unter Drittstaatlern (nicht EU, nicht EWR oder Schweiz)?
11Wie hoch war die zusammengefasste Geburtenziffer in den Jahren 2016 bis 2024 in Deutschland und in den einzelnen Bundesländern unter Ausländern aus afrikanischen und/oder mehrheitlich muslimischen Ländern?
Die Fragen 7 bis 11 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam beantwortet.
Die vorhandenen Daten können dem Tabellenblatt „TFR_Staatsangehörigkeit“ (Anlage 1)* entnommen werden. Eine tiefergehende Untergliederung liegt der Bundesregierung nicht vor.