Potenzial der Verlagerung von Kurzstreckenflügen am Flughafen Frankfurt am Main auf die Bahn

Drucksache 21/559Antwortauf die Kleine Anfrage 21/27119.06.202512 Seiten27 FragenFraktion Die LinkeBundesministerium für VerkehrVerkehr
Vorbemerkung der Fragesteller

Vorbemerkung der Fragesteller

Die von der Koalition der Fraktionen von CDU, CSU und SPD gestellte Bundesregierung hat im Jahr 2020 in ihrem „Klimaschutzprogramm 2030“ angekündigt, die CO -Minderung im Luftverkehr insbesondere bei kürzeren Entfernungen durch die Verlagerung auf den Verkehrsträger Schiene voranzutreiben. Gerade Kurzstreckenflüge sind geprägt durch die höheren Anteile von Start- und Landephase, geringe Reisehöhe bzw. geringere Treibstoffeffizienz und kleine Flugzeuge mit einer geringeren Effizienz je Sitzplatz und haben somit höhere Emissionen als Mittel- und Langstreckenflüge. Damals wies die Bundesregierung darauf hin, dass es eine falsche Anreizwirkung sei, wenn Flugtickets kostengünstiger als Bahnfahrten zum gleichen Ziel seien (Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung zur Umsetzung des Klimaschutzplans 2050, www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Landwirtschaft/Klim aschutz/Klimaschutzprogramm2030.pdf, S. 67), und kündigte daher eine Erhöhung der Luftverkehrsabgabe, Verschärfungen im Luftverkehrssteuergesetz gegen „Dumpingpreise bei Flugtickets“ und die Absenkung der Mehrwertsteuer auf Bahntickets an. Diese Maßnahmen wurden auch umgesetzt. Der Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD, der aktuellen schwarzroten Bundesregierung, schlägt im Bereich Luftverkehr nun genau den entgegengesetzten Weg ein: „Die luftverkehrsspezifischen Steuern, Gebühren und Abgaben wollen wir reduzieren und die Erhöhung der Luftverkehrsteuer zurücknehmen“ (www.spd.de/fileadmin/Dokumente/Koalitionsvertrag2025_b f.pdf, S. 27).

Nach Antworten der von CDU, CSU und SPD gestellten Bundesregierung auf Anfragen der Fraktion DIE LINKE. im Jahr 2018 auf Bundestagsdrucksache 19/5267 und 2021 auf Bundestagsdrucksache 19/30670 besteht an vielen Flughäfen in Deutschland ein großes Verlagerungspotenzial von Flügen auf die Bahn. In ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE. auf Bundestagsdrucksache 19/5267 führte die damalige Bundesregierung aus, dass im Jahr 2017 60 259 Inlandsflüge vom und zum Flughafen Frankfurt am Main von und zu Zielen stattfanden, die mit der Bahn ab Frankfurt am Main Hauptbahnhof in höchstens vier Stunden erreichbar wären. Bei voller Ausschöpfung dieses Verlagerungspotenzials hätte die Anzahl der Flugbewegungen am Frankfurter Flughafen um 14 Prozent reduziert werden können. Das Verlagerungspotenzial dürfte sogar noch erheblich größer sein, weil auch Kurzstreckenflüge ins Ausland prinzipiell auf die Schiene verlagert werden könnten. Im Jahr 2017 fanden in Frankfurt am Main 144 130 Flüge statt, deren Distanz weniger als 600 Kilometer (km) betrug. Davon waren mit einer Gesamtzahl von 77 450 Flügen mehr als die Hälfte Flüge ins Ausland (ebd.). Ein leistungsfähiges Nachtzugsystem würde jenseits von Kurzstreckenflügen weiteres Verlagerungspotenzial erschließen, denn ca. 90 000 Auslandsflüge vom Flughafen Frankfurt lagen damals im Entfernungsbereich zwischen 600 und 1 000 Kilometer Flugstrecke (ebd.).

Frage 1 + 1a Seite 2

1Wie groß war nach Kenntnis der Bundesregierung die Zahl der Passagierflüge von und zum Flughafen Frankfurt am Main bis zu einer Distanz von 1 000 Kilometern in den Jahren 2022, 2023 und 2024

1aabsolut,

Antwort

Passagierflüge von und zum Flughafen Frankfurt/Main bis zu einer Distanz von 1 000 km

2022: 163 672,

2023: 195 858,

2024: 197 608.

Frage 1b Seite 2

in Prozent aller Passagierflüge von und zum Flughafen Frankfurt am Main (bitte auch Gesamtzahl der Passagierflüge angeben), und

Antwort

Anteil der Passagierflüge bis zu einer Distanz von 1 000 km

2022: 47,3 Prozent (Gesamtzahl der Passagierflüge: 345 727),

2023: 49,1 Prozent (Gesamtzahl der Passagierflüge: 399 015),

2024: 48, Prozent (Gesamtzahl der Passagierflüge: 408 712).

Frage 1c Seite 2

wie sind diese Flüge strukturiert nach Entfernung (in Schritten von jeweils 100 km) sowie unterteilt nach Inlands- und Auslandsflügen?

Antwort

Anzahl der Flüge nach Entfernungen

Tabelle auf Seite 2 · 10 Zeilen × 7 Spalten
202220232024
InlandAuslandInlandAuslandInlandAusland
0–100 km70230200
101–200 km6 5382 3958 5352 9119 2633 159
201–300 km12 2617 03415 2258 74013 4038 903
301–400 km8 16611 74410 11914 8949 81214 078
401–500 km14 67416 48516 55119 79517 26822 325
501–600 km29417 41428918 74124917 628
601–700 km031 484039 064039 211
701–800 km013 133016 108018 660
801–900 km016 119018 880018 882
901–1 000 km07 40907 94306 706

Quelle: Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM), Statistisches Bundesamt (Destatis).

Frage 2 + 2a + 2b Seite 3

2Wie viele der Passagierflüge von und zum Flughafen Frankfurt am Main unter 1 000 Kilometern Entfernung waren nach Kenntnis der Bundesregierung Zubringerflüge im Rahmen von Drehkreuz-Verbindungen, d. h., die Flüge dienten zum Umsteigen von oder zu einem im Vergleich dazu längeren Flug

2aim Inland oder

2baus dem oder ins Ausland?

Antwort

Hierzu liegen der Bundesregierung keine Erkenntnisse vor.

Frage 3 Seite 3

Von wie vielen Passagieren und bei wie vielen Passagierflügen von und zum Flughafen Frankfurt am Main wurde in den Jahren 2022, 2023 und 2024 nach Kenntnis der Bundesregierung zur Anreise zum oder zur Rückreise vom Flughafen das Programm Rail&Fly genutzt, das ca. 50 Fluggesellschaften in Kooperation mit der Deutschen Bahn AG anbieten, und in wie vielen Fällen davon wurde durch Rail&Fly ein Zubringerflug zum Drehkreuz Frankfurt am Main vermieden (wenn die zweite Teilfrage nicht beantwortet werden kann, dann bitte die Rail&Fly-Hin- und -Rückfahrten nach Entfernung in 100-km-Entfernungsschritten vom Flughafen Frankfurt am Main aufschlüsseln)?

Antwort

Im Jahr 2024 waren insgesamt 1,1 Millionen Fluggäste vor bzw. nach ihrem Flug im Rahmen von Kooperationsangeboten zwischen Fluggesellschaften und DB Fernverkehr AG in ICE- und Intercity-Zügen der Deutschen Bahn AG unterwegs. Dies entsprach einer Steigerung um 4 Prozent gegenüber 2023. Die genannten Zahlen umfassen neben Rail&Fly insbesondere auch die weitreichende Kooperation mit der Deutschen Lufthansa AG und beziehen sich auf alle deutschen Flughäfen, zu bzw. von denen die entsprechenden Angebote bestehen. Darüberhinausgehende Erkenntnisse liegen der Bundesregierung nicht vor.

Frage 4 + 4a + 4b + 4c Seite 3

4Welche deutschen Flughäfen zählen nach Kenntnis der Bundesregierung zu den sogenannten Hauptverkehrsflughäfen, und wie groß ist die Entfernung jeweils nach Frankfurt am Main

4aper Flugzeug (zum Flughafen Frankfurt am Main) und

4bmit der Bahn (zwischen dem jeweiligen Hauptbahnhof und dem Frankfurter Hauptbahnhof), und

4cwie lange dauert jeweils derzeit ein Flug sowie die schnellstmögliche Zugfahrt (bitte die Antworten zu Buchstabe a bis c in einer Tabelle aufführen)?

Antwort

Hauptverkehrsflughäfen sind nach Definition des Statistischen Bundesamtes Flughäfen mit mehr als 150 000 Fluggasteinheiten (Ein- und Aussteiger bzw. 100 kg Fracht oder Post) im Jahr. Dieser Definition folgt auch die Bundesregierung. In der nachfolgenden Tabelle sind die Entfernungen sowie die schnellstmögliche Zugfahrt von Frankfurt am Main Hauptbahnhof zum jeweiligen (Haupt-)Bahnhof der deutschen Städte mit einem Hauptverkehrsflughafen mit den Zügen der DB Fernverkehr AG aufgelistet.

Tabelle auf Seite 3, 4 · 21 Zeilen × 6 Spalten
Durchschnittliche Entfernung Flug in kmEntfernung Bahn in km1Dauer Flug (h)Dauer Bahn (h)2
Frankfurt/MainBerlin43164501:0503:54
Frankfurt/MainBremen33533101:1003:46
Frankfurt/MainDortmund17832601:0002:17
Frankfurt/MainDresden38737301:0004:18
Frankfurt/MainDüsseldorf18926600:4501:26
Frankfurt/MainErfurt19919300:5502:05
Frankfurt/MainFriedrichshafen27237600:4503:31
Frankfurt/MainHamburg41253301:0503:32
Frankfurt/MainFrankfurt-Hahn94101x02:02
Frankfurt/MainHannover28135300:5002:14
Frankfurt/MainKarlsruhe/Baden-Baden144125/15000:500:52/01:22
Frankfurt/MainKöln/Bonn13722500:5001:06
Frankfurt/MainLeipzig/Halle30138101:0002:56
Frankfurt/MainMemmingen325736600:5502:45
Frankfurt/MainMünchen29944000:5503:11
Frankfurt/MainMünster/Osnabrück242218/24400:4503:08/03:35
Frankfurt/MainNiederrhein244242x02:46
Frankfurt/MainNürnberg19024100:4502:01
Frankfurt/MainPaderborn/Lippstadt176179/17500:4002:51/03:10
Frankfurt/MainSaarbrücken139154x02:03
Frankfurt/MainStuttgart15722000:4001:18

¹ schnellste Zugfahrt
² schnellste Zugfahrt mit DB Fernverkehr ab Frankfurt Main, Regel-Fahrplan 2025
³ nur mit Umstieg erreichbar Quelle: BALM, DB AG.

Frage 5 Seite 4

Wie viele Passagiere verkehrten nach Kenntnis der Bundesregierung in den Jahren 2022, 2023 und 2024 jeweils zwischen den deutschen Hauptverkehrsflughäfen und dem Flughafen Frankfurt am Main mit dem Flugzeug, und auf wie viele Flüge verteilten sich diese Passagiere im jeweiligen Jahr (bitte Angaben in die Tabelle zur Antwort zu Frage 4 integrieren)?

Antwort
Tabelle auf Seite 4, 5 · 22 Zeilen × 8 Spalten
Anzahl Passagiere (Starts und Landungen) Frankfurt/MainStarts und Landungen in Frankfurt/Main
202220232024202220232024
Frankfurt/MainBerlin1 018 3481 180 2431 168 5137 7598 8369 221
Frankfurt/MainBremen189 590270 554283 3492 3953 0023 084
Frankfurt/MainDortmund2017640132315
Frankfurt/MainDresden171 428251 684243 3342 3082 8812 548
Frankfurt/MainDüsseldorf178 769266 383291 5972 2742 8893 223
Frankfurt/MainErfurt201082554512
Frankfurt/MainFriedrichshafen60 24797 32921 0261 5092 123461
Frankfurt/MainHamburg873 6271 065 5901 084 6997 2297 9868 337
Frankfurt/MainFrankfurt-Hahn3081 2671 3992610
Frankfurt/MainHannover213 739288 987299 9212 3272 9963 138
Frankfurt/MainKarlsruhe/Baden-Baden15269170765
Frankfurt/MainKöln/Bonn8664 3965 745304450
Frankfurt/MainLeipzig/Halle137 860204 421254 3252 1972 8272 862
Frankfurt/MainMemmingen3212418413
Frankfurt/MainMünchen799 064967 6381 020 7967 3898 1668 362
Frankfurt/MainMünster/Osnabrück46 41298 20590 8011 2412 1501 696
Frankfurt/MainNiederrhein1011-24-
Frankfurt/MainNürnberg144 379212 431242 2772 1632 8582 965
Frankfurt/MainPaderborn/Lippstadt249239517824
Frankfurt/MainSaarbrücken-7-2-
Frankfurt/MainStuttgart189 944251 793279 2372 1492 8323 134

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis).

Frage 6 Seite 5

Wie viele Reisende verkehrten nach Kenntnis der Bundesregierung in den Jahren 2022, 2023 und 2024 jeweils zwischen Städten mit angeschlossenem Hauptverkehrsflughafen und Frankfurt am Main mit der Fernbahn (jeweils vom Hauptbahnhof zum Frankfurter Hauptbahnhof; bitte Angaben in die Tabelle zu Frage 4 integrieren)?

Antwort

Informationen zur Anzahl der Bahnreisenden auf den genannten Relationen liegen der Bundesregierung nicht vor.

Frage 7 Seite 5

Wie viel Kohlendioxid (CO ) wird nach Kenntnis der Bundesregierung

Antwort

2

Frage 7 (Forts.) Seite 5

pro 100-km-Inlandsflug ausgestoßen, und wie hoch ist die Klimabelastung dabei inklusive aller weiteren klimarelevanten Faktoren der Luftfahrtemissionen gemessen in CO -Äquivalenten (bitte unter Angabe der

Antwort

2

Frage 7 (Forts.) (Forts.) Seite 5

weiteren einbezogenen klimarelevanten Faktoren und deren jeweiligen „Beitrag“ aufführen)?

Antwort

Gemäß dem Transport Emission Model, welches die Grundlage für die nationale Berichterstattung von Klimagasen darstellt, wurden im Jahr 2023 von mit Kerosin betriebenen Flugzeugen 1,4 t CO pro 100 km Inlandsflug direkt aus-2 gestoßen. Emissionen aus der Kraftstoffbereitstellung sind in diesen Zahlen nicht enthalten.

Frage 8 Seite 5

Wie stellen sich diese Emissionswerte nach Kenntnis der Bundesregierung für 100-km-Bahnfahrtstrecke (ICE) bei dem aktuell verwendeten Strommix dar und wie unter der Bedingung einer Ökostromquote von 100 Prozent (bitte unter Angabe des aktuellen Strommixes der Deutschen Bahn AG aufführen)?

Antwort

Der DB Konzern berichtet über die Treibhausgasbilanz des Fernverkehrs in den öffentlichen jährlich erscheinenden Integrierten Berichten. Hierbei werden die spezifischen CO -Emissionen in Gramm pro Personenkilometer (Pkm) ausge-2 wiesen. Im Jahr 2024 betrugen diese 0,5 g/Pkm im Fernverkehr der DB (ICE, IC, EC). Bezogen auf 100 km würde dies CO -Emissionen von 50 Gramm pro 2 Person bedeuten.

Frage 9 Seite 5

Wie viel CO bzw. CO -Äquivalente „verursacht“ ein Flugpassagier

Antwort

2 2

Frage 9 (Forts.) Seite 5

nach Kenntnis der Bundesregierung pro 100 km Inlandsflug im Durchschnitt (bitte auch den um die sogenannten Nicht-CO -Effekte erweiter-

Antwort

2

Frage 9 (Forts.) (Forts.) Seite 5

ten Wert angeben) und wie viel ein Zugreisender auf einer ICE-Fahrt über 100 km?

Antwort

Gemäß Transport Emission Model lagen die direkten CO -Emissionen pro Pas-2 sagier und 100 km Inlandsflug im Jahr 2023 bei 16,9 kg CO . Seit dem 1. Janu-2 ar 2025 sind Luftfahrzeugbetreiber verpflichtet, ihre Nicht-CO -Effekte im 2 Rahmen des EU-Emissionshandelssystems zu überwachen und zu melden, darunter Rußpartikel, Wasserdampf, Stickoxide (NOx) und Schwefelverbindungen. Nicht-CO -Effekte sind von vielen atmosphärischen Faktoren sowie der 2 Kraftstoffzusammensetzung abhängig und demzufolge einzelflugabhängig. Eine fluggenaue Ermittlung erfolgt im Rahmen des EU ETS erst seit dem 1. Januar 2025, womit entsprechende Berichte und Durchschnittswerte noch nicht vorliegen. Zu den CO -Emissionen pro Zugreisender wird auf die Ant-2 wort zu Frage 8 verwiesen.

Frage 10 Seite 6

Wie viel CO wurde demnach in den Jahren 2022, 2023 und 2024 un-

Antwort

2

Frage 10 (Forts.) Seite 6

mittelbar durch Inlandsflüge zwischen den deutschen Hauptverkehrsflughäfen und dem Flughafen Frankfurt am Main emittiert (bitte für alle betreffenden Relationen einzeln in einer Tabelle aufführen), und wie stellt sich diese Klimabilanz nach Einbezug der sogenannten Nicht-CO -Ef-

Antwort

2

Frage 10 (Forts.) (Forts.) Seite 6

fekte der Luftfahrtemissionen gemessen in CO -Äquivalenten dar (bitte

Antwort

2

Frage 10 (Forts.) (Forts.) (Forts.) + 14 Seite 6

10 (Forts.) (Forts.) (Forts.)für alle betreffenden Relationen einzeln aufführen und in die Tabelle integrieren)?

14Wie hoch wäre demnach in den Jahren 2022, 2023 und 2024 das CO -

Antwort

2

Frage 14 (Forts.) Seite 6

Einsparpotenzial bei vollständiger Verlagerung der in Frage 13 erfassten Flüge auf die Bahn gewesen (bitte neben dem unmittelbaren Einsparpotenzial jeweils auch das Einsparpotenzial unter Einbezug der weiteren klimarelevanten Faktoren angeben)?

Antwort

Die Fragen 10 und 14 werden gemeinsam beantwortet.

Als Datengrundlage für Frage 10 wurden alle berichteten Treibstoffverbräuche und CO -Emissionen von gewerblichen Luftfahrzeugbetreibern mit einer EU-2 ETS-Berichtspflicht in Deutschland zwischen Frankfurt und den gegenwärtig 21 deutschen Hauptverkehrsflughäfen herangezogen.

Die Berechnung der CO -Emissionen erfolgt über die Multiplikation des 2 Treibstoffverbrauchs eines Flugs mit einem Emissionsfaktor für den verwendeten Treibstoff (Kerosin). Der Standardemissionsfaktor für Kerosin für die Emissionsberichterstattung entsprechend der Emissionshandelsrichtlinie beträgt 3,15 t CO je t Kerosin für die Berichtsjahre 2022 und 2023 sowie 3,16 t CO 2 2 je t Kerosin für das Berichtsjahr 2024.

In den Tabellen sind ausschließlich die CO -Emissionen enthalten. Für Nicht-2 CO -Effekte wird auf die Antwort zu Frage 9 verwiesen. 2

Tabelle auf Seite 6, 7 · 22 Zeilen × 4 Spalten
CO -Emissionen* [t] 2Frankfurt/Main
202220232024
Berlin60 50970 64971 194
Bremen13 72017 63618 152
Dortmund499
Dresden13 79314 51814 354
Düsseldorf12 11916 08518 624
Erfurt834810
Friedrichshafen5 7218 2111 748
Hamburg55 14463 29565 613
Frankfurt-Hahn278706673
Hannover13 24816 79717 269
Karlsruhe/Baden-Baden1087270
Köln/Bonn236364469
Leipzig/Halle28 85833 97233 716
Memmingen0160
München48 43156 38455 725
Münster/Osnabrück4 5257 8576 361
Niederrhein000
Nürnberg8 45511 31011 737
Paderborn/Lippstadt342019
Saarbrücken054
Stuttgart9 02512 07412 440

Quelle: Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt * Der Emissionsfaktor beträgt für die Jahre 2022, 2023 3,15 t CO /t Jet A1. Für das Jahr 2024 beträgt der Emissionsfaktor 3,16 t CO /t Jet A1. Die Emissionsfaktoren für Kerosin (JET-A1) entnehmen wir für den Emissionshandel der Monitoring-Verordnung. Dabei handelt es sich um die Verordnung (EU) 2018/2066, die bereits fünf Mal geändert wurde. Die Änderung des Emissionsfaktors von 3,15 auf 3,16 t CO /t erfolgte mit der Durchführungsverordnung 2023/2122 vom 18. Oktober 2023.

Frage 11 + 12 Seite 7

11Wie viele der Passagierflüge von und zum Flughafen Frankfurt am Main fanden nach Kenntnis der Bundesregierung in den Jahren 2022, 2023 und 2024 von und zu deutschen Städten mit angeschlossenem Hauptverkehrsflughafen statt, die mit der Bahn ab Frankfurt am Main Hauptbahnhof (bis zum Hauptbahnhof der Zielstadt) im jeweiligen Jahr nach Fahrplan in höchstens vier Stunden erreichbar waren, und wie viele waren in höchstens sechs Stunden erreichbar?

12Wie hoch war demnach in den Jahren 2022, 2023 und 2024 das CO -Ein-

Antwort

2

Frage 12 (Forts.) Seite 7

sparpotenzial bei vollständiger Verlagerung der in Frage 11 erfassten Flüge auf die Bahn (bitte neben dem unmittelbaren Einsparpotenzial jeweils auch das Einsparpotenzial unter Einbezug der sogenannten Nicht-CO -

Antwort

2

Frage 12 (Forts.) (Forts.) + 13 Seite 7

12 (Forts.) (Forts.)Effekte des Fliegens angeben)?

13Wie viele der Passagierflüge von und zum Flughafen Frankfurt am Main fanden nach Kenntnis der Bundesregierung in den Jahren 2022, 2023 und 2024 von und zu deutschen Städten mit angeschlossenem Hauptverkehrsflughafen statt, die mit der Bahn nach Realisierung aller Maßnahmen des Bedarfsplans Schiene und der vertraglich von der Bundesregierung vereinbarten internationalen Schienenprojekte ab Frankfurt am Main Hauptbahnhof (bis zum Hauptbahnhof der Zielstadt) in höchstens vier Stunden erreichbar wären, und wie viele wären in höchstens sechs Stunden erreichbar?

Antwort

Die Fragen 11 bis 13 werden gemeinsam beantwortet.

Alle deutschen Städte mit angeschlossenem Hauptverkehrsflughafen können mit den Zügen der DB Fernverkehr AG ab Frankfurt am Main Hauptbahnhof innerhalb von höchstens vier Stunden erreicht werden (jeweils kürzeste Reisedauer im baufreien Regel-Fahrplan 2025).

Im Übrigen würden die Maßnahmen des Bedarfsplans verschiedene der hier genannten Relationen weiter beschleunigen.

Frage 15 + 16 + 17 Seite 7

15Wie bewertet die Bundesregierung die zahlenmäßige Entwicklung des Verhältnisses zwischen Kurzstreckenflügen zwischen den deutschen Hauptverkehrsflughäfen einerseits und den auf gleichen Reiserouten erfolgten Bahnreisen, und wurden die im Jahr 2020 im „Klimaschutzplan 2030“ genannten Ziele der Verlagerung von Luftverkehr auf die Schiene nach Auffassung der Bundesregierung erreicht (bitte begründen)?

16Inwieweit waren die getroffenen Maßnahmen einer Erhöhung der Luftverkehrsabgabe und der Verschärfungen des Luftverkehrssteuergesetzes gegen „Dumpingpreise bei Flugtickets“ im Sinne des „Klimaschutzprogramms 2030“ nach Auffassung der Bundessregierung wirksam?

17Wie erklärt sich die Bundesregierung, dass die sie tragenden Parteien CDU, CSU und SPD in ihrem aktuellen Koalitionsvertrag genau diese Maßnahmen (Erhöhung der Luftverkehrsabgabe und der Verschärfungen des Luftverkehrssteuergesetzes) rückgängig machen will, und welche Maßnahmen plant ihrerseits die Bundesregierung (bitte begründen)?

Antwort

Die Fragen 15 bis 17 werden gemeinsam beantwortet.

Die Zahl der Kurzstreckenflüge zwischen den deutschen Hauptverkehrsflughäfen ist in den Jahren 2022 bis 2024 im Vergleich zum Vorkrisenniveau 2019 nachweislich, d. h. etwa um die Hälfte, gesunken. Zu den Fahrgastzahlen der Bahn auf den genannten Relationen liegen der Bundesregierung keine Erkenntnisse vor.

Im Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD für die 21. Legislaturperiode wurde unter Finanzierungsvorbehalt vereinbart, u. a. eine Rücknahme der Erhöhung der Luftverkehrsteuer vornehmen zu wollen.

Frage 18 Seite 8

Verfolgt die Bundesregierung Pläne, die Verlagerung von inländischen Drehkreuz-Flugverbindungen nach Frankfurt am Main auf die Schiene (z. B. durch Programme wie z. B. Rail&Fly) stärker zu fördern, wenn ja, wie könnte eine solche Förderung aussehen (bitte begründen), und wie viele Inlandsflüge könnten nach Auffassung der Bundesregierung dadurch zusätzlich auf die Schiene verlagert werden?

Antwort

Die Verlagerung von inländischen Drehkreuz-Flugverbindungen nach Frankfurt am Main auf die Schiene ist eine unternehmerische Entscheidung, die sowohl von den Fluggesellschaften als auch von den Eisenbahnunternehmen getroffen wird. Kooperationsangebote wie Rail & Fly von der DB und Fluggesellschaften haben zu einem Rückgang der Passagierzahlen auf Inlandsflügen in Deutschland beigetragen. Die Bundesregierung unterstützt eine Verlagerung von Luftverkehr auf die Schiene allgemein durch die Bereitstellung eines leistungsstarken Schienennetzes.

Frage 19 + 20 + 21 + 21a + 21b + 21c + 21d + 22 Seite 8

19Wie viele der in Frage 1 erfragten Passagierflüge von und zum Flughafen Frankfurt am Main fanden nach Kenntnis der Bundesregierung in den Jahren 2022, 2023 und 2024 von und zu Flugzielen im Ausland statt, die mit der Bahn ab Frankfurt am Main Hauptbahnhof (bis zu den Hauptbahnhöfen der Zielstädte, denen die jeweiligen Flughäfen angeschlossen sind) schon heute in höchstens vier Stunden erreichbar sind, auf wie viele trifft dies bei einer maximalen Fahrtzeit von sechs Stunden zu, und auf welche Höhe summieren sich dabei jeweils die Flugkilometer, die durch Verlagerung dieser Flüge auf die Bahn „gespart“ worden wären (bitte nach vier und sechs Stunden Fahrtzeit differenziert angeben)?

20Wie viele der in Frage 1 erfragten Passagierflüge von und zum Flughafen Frankfurt am Main fanden insgesamt nach Kenntnis der Bundesregierung in den Jahren 2022, 2023 und 2024 von und zu Flugzielen statt, die mit der Bahn ab Frankfurt am Main Hauptbahnhof (bis zu den Hauptbahnhöfen der Zielstädte, denen die jeweiligen Flughäfen angeschlossen sind) schon heute in höchstens vier Stunden erreichbar sind, auf wie viele trifft dies bei einer maximalen Fahrtzeit von sechs Stunden zu, und auf welche Höhe summieren sich dabei jeweils die Flugkilometer, die durch Verlagerung dieser Flüge auf die Bahn „gespart“ worden wären (bitte nach vier und sechs Stunden Fahrtzeit differenziert angeben)?

21Wie viele der Passagierflüge vom und zum Flughafen Frankfurt am Main fanden nach Kenntnis der Bundesregierung in den Jahren 2022, 2023 und 2024 von und zu Flugzielen im Ausland statt, die mit der Bahn ab Frankfurt am Main Hauptbahnhof (bis zu den Hauptbahnhöfen der Zielstädte, denen die jeweiligen Flughäfen angeschlossen sind) schon jetzt in höchstens

21aacht Stunden,

21bzehn Stunden,

21czwölf Stunden und

21d14 Stunden erreichbar sind und daher aus Sicht der Fragestellerinnen und Fragesteller prinzipiell für die Verlagerung auf Nachtzüge geeignet sind (bitte jeweils unter Nennung aller Flugziele aufführen, die in das jeweilige Intervall fallen), und welchen Anteil hatten diese Flüge jeweils am gesamten Passagierflugaufkommen des Frankfurter Flughafens?

22Wie viele Flüge und wie viele Flugkilometer hätten demnach in den Jahren 2022, 2023 und 2024 prinzipiell durch (Nacht-)Zugfahrten auf die Schiene verlagert werden können (bitte Werte entsprechend den Fragen 21a bis 21d getrennt aufführen)?

Antwort

Die Fragen 19 bis 22 werden gemeinsam beantwortet.

Hierzu liegen der Bundesregierung keine Erkenntnisse vor.

Frage 23 Seite 9

Wie hat sich das Gesamtflugverkehrsaufkommen am Flughafen Frankfurt am Main in den Jahren 2022, 2023 und 2024 entwickelt (bitte tabellarisch nach Anzahl der Passagier- und Frachtflüge aufgliedern und diese jeweils differenziert nach Anzahl der Inlands- bzw. Auslandsflüge sowie der Anzahl der Passagiere im Inlands- bzw. Auslandsverkehr und des Luftfrachtvolumens im Inlands- bzw. Auslandsverkehr aufführen)?

Antwort

Eine differenzierte Aufteilung nach Passagier- und Frachtflügen ist nicht möglich, da ein Großteil der Fracht als sogenannte Belly-Load auf normalen Passagierflügen mittransportiert wird. Nachfolgend die Aufstellung für den Fracht- und Passagierverkehr.

Tabelle auf Seite 9 · 1 Zeilen × 4 Spalten
2022
FrachtPassagiere
InlandAuslandInlandAusland
33 909 t1 933 352 t4 021 12044 771 199
Tabelle auf Seite 9 · 1 Zeilen × 4 Spalten
2023
FrachtPassagiere
InlandAuslandInlandAusland
34 759 t1 834 297 t5 156 54754 103 936
Tabelle auf Seite 10 · 1 Zeilen × 4 Spalten
2024
FrachtPassagiere
InlandAuslandInlandAusland
34 632 t1 956 211 t5 275 75956 199 900

Quelle: BALM, Destatis.